Zu Ehren von Kurt Piehl: Dortmunder Platz wird nach Edelweißpiraten benannt

Nordstadt

Dem Bündnis „Nordstadt gegen Nazis“ ist die Idee zu verdanken: Um der Bewegung der Edelweißpiraten in Dortmund zu gedenken, hat jetzt die Ecke Brunnenstraße/ Flensburger Straße einen Namen erhalten.

Dortmund

, 24.08.2021, 18:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dieses Schild soll zukünftig an Kurt Piehl erinnern, der als Edelweißpirat einen Teil zum Widerstand gegen das NS-Regime beigetragen hat.

Dieses Schild soll zukünftig an Kurt Piehl erinnern. (Von links: OB Thomas Westphal, Mirja Düwel (AWO), Hannah Rosenbaum (Bezirksbürgermeisterin Innenstadt-Nord), Andreas Koch (GrünBau gGmbH) und Magdalena Birnitzer (Cousine Kurt Piehl) © Dortmund-Agentur, Anja Kador

Es begann mit einem selbstgebastelten Schild. Dann reichte das Bündnis „Nordstadt gegen Nazis“ im August 2020 den Antrag zur Namensgebung ein. Knapp ein Jahr später hat nun die Ecke Brunnenstraße/ Flensburger Straße ihren Namen auch offiziell erhalten. Am Montag (23.8.) wurde der Platz, der die beiden Straßen miteinander verbindet, als Kurt-Piehl-Platz eingeweiht.

Bei der Einweihung wurde das namensgebende Schild von Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal und Bezirksbürgermeisterin Hannah Rosenbaum enthüllt, das künftig an Kurt Piehl erinnern soll. Auch Vertreter vom Bündnis „Nordstadt gegen Nazis“ waren bei der Benennung dabei.

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Kurt Piehl: Einsatz gegen Hitler-Jugend

Kurt Piehl war zu Zeiten des Nationalsozialismus als Edelweißpirat bekannt. Mit der Platzbenennung soll vor allem sein Einsatz gegen die Hitlerjungend und die Polizei im Dritten Reich gewürdigt werden.

Edelweißpiraten leisteten im Nationalsozialismus Widerstand, hauptsächlich unter Gewaltanwendung. In einem späteren Interview erklärt Kurt Piehl die Gruppierung: „Die Edelweißpiraten waren keine politische Bewegung in dem Sinne. Was wir gemeinsam hatten, war die Abneigung gegen die Hitlerjugend.“

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Nach 1945 schrieb Kurt Piehl autobiographische Romane, mit denen er einen Teil zu Aufarbeitung der NS-Geschichte beigetragen hat. Er setzte sich außerdem für politische Bildung ein. 20 Jahre nach seinem Tod soll mit der Benennung des Platzes an ihn erinnert werden.

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