In diesem Baugebiet kommen Straßen und Bürgersteige – der Schulweg bleibt aber gefährlich

rnBrechtener Heide

Seit fast zehn Jahren warten die Anwohner auf ausgebaute Straßen und Bürgersteige. Nun sollen diese endlich kommen – wann genau steht aber noch nicht fest.

Brechten

, 11.09.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war nicht das erste Mal, dass die Verantwortlichen vom Tiefbauamt zu einem Ortstermin in die Brechtener Heide kamen. Seit rund zehn Jahren leben die Anwohner des Neubaugebiets ohne ausgebaute Straßen und Bürgersteige.

Doch nun soll sich endlich etwas tun – das versprachen die Verantwortlichen vom Tiefbauamt beim Ortstermin mit der Evinger CDU und den Anwohnern.

Die Ausschreibung solle zeitnah rausgehen, sodass bis Ende des Jahres eine zuständige Firma gefunden werde, so Gerhard Kappert, Bereichsleiter im Tiefbauamt: „Aber dann ist Weihnachten und zu der Zeit werden keine Bagger anrollen.“

Anwohner bleiben skeptisch

Erst wenn 2020 das Wetter besser wird, soll es losgehen. Vor wenigen Monaten noch hieß es, Ende des Jahres würden die ersten Bagger anrollen. „Wir sind skeptisch“, sind sich die Anwohner einig. „Aber wenn es wirklich so kommt, wäre das super.“

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Der erste und zweite Bauabschnitt sollen im Frühjahr nach zehn Jahren Wartezeit endlich fertig gestellt werden. Im Detail bedeutet das: die Nelly-Sachs-Straße, der Erich-Kästner-Ring, der Enyd-Blyton-Weg und der Luise-Rinser-Weg stehen vor ihrem endgültigen Ausbau. Als Bauzeit ist ein Jahr geplant.

Zusätzlich sollen in der Bauzeit zudem Stellplätze für die Anwohner, Baumscheiben und ordentliche Bushaltestellen entstehen. Auch die Geschwindigkeitsbegrenzungen werden angepasst: Erich-Kästner-Ring, Enyd-Blyton-Weg und Luise-Rinser-Weg werden zu Spielstraßen, die Nelly-Sachs-Straße bleibt aufgrund des Busverkehrs eine Tempo-30-Zone.

Schulweg bleibt ein Problem

Doch so gut die Pläne des Tiefbauamtes auch klingen – ein Problem bereitet den Anwohnern der Brechtener Heide weiterhin Bauchschmerzen. Auf ihrem Schulweg sind die Kinder jetzt zwar zu großen Teilen sicher. Aber die eigentlich gefährlichste Stelle, die Kurve auf die Straße Schiffhorst, bleibt weiterhin unangetastet.

Bei den Anwohnern löste das Bedenken aus. Das Tiefbauamt musste sie aber dennoch enttäuschen – zumindest vorerst. „Die Straße Schiffhorst wird erstmal noch nicht ausgebaut“, sagte Gerhard Kappert. Über einen provisorische Gehweg könne man aber zumindest nachdenken.

Der Wunsch nach Provisorien bleibt

Bis es mit den Bauarbeiten losgeht, wünschen sich die Anwohner weitere Provisorien. Denn derzeit gibt es in der Brechtener Heide neben den fehlenden Bürgersteigen ein vorherrschendes Problem: die Raser. Obwohl im ganzen Baugebiet die Begrenzung eigentlich bei Tempo 30 liegt, fahren viele Autos mit überhöhter Geschwindigkeit.

„Das ist super gefährlich, besonders, weil auch unsere Kinder auf der Straße spielen“, sagen die Anwohner. Weil von Seiten der Stadt nichts passierte, haben die Brechtener bereits selbst die Initiative ergriffen. Sie veranstalteten ein Straßenfest, von den Erlösen besorgten sie Schilder, die auf spielende Kinder hinweisen.

Tempo 20 und Berliner Kissen sollen kommen

Doch weil diese nur begrenzt helfen, wurden auch bei dem Ortstermin Forderungen nach Geschwindigkeitsbegrenzungen laut. Das Tiefbauamt zeigte sich verständnisvoll und will nun zwei Vorschläge prüfen.

Zum einen soll es nicht mehr wie bisher eine Begrenzung auf Tempo 30, sondern sogar auf Tempo 20 geben. „Vielleicht veranlasst das ja die Raser zumindest, hier dann 30 zu fahren. Das wäre mal ein Anfang“, sind sich die Anwohner einig.

Die zweite Möglichkeit wären die sogenannten Berliner Kissen. Bei dem Ortstermin sorgte dieser Vorschlag des Tiefbauamtes aber für Skepsis. Viele Anwohner fürchteten, die Raser würden nur Anlauf nehmen und trotzdem mit Vollgas und viel Lärm über die Kissen fahren. Das Tiefbauamt will dennoch beide Möglichkeiten prüfen.

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