In Dortmund daheim, doch immer woanders – Kai (20) macht eine Ausbildung zum Kraftfahrer

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Kai Bogatzki ist viel unterwegs. Er ist 20 Jahre alt und macht eine dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Nun steht er kurz vor dem Abschluss - und berichtet von seinen Erlebnissen.

von Nils Stachowiak

Dortmund

, 30.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Fast drei Jahre ist seine Schulzeit an einer Bochumer Realschule schon vorbei. Auf den Hinweis eines Freundes informierte sich der technikinteressierte Bogatzki nach seinem Abschluss über den Ausbildungsberuf. Bei der „Dortmunder Nacht der Ausbildung“ 2016 traf er auf die Spedition Dachser – und bewarb sich.

In den drei Jahren der Ausbildung machte der gebürtige Bochumer nicht nur seinen LKW-Führerschein. „Dann kannst du geradeaus fahren – richtig mit dem LKW umzugehen, das lernst du erst durch viel Fahrpraxis“, erzählt er zwinkernd. Als Azubi ist er auch für das Be- und Entladen, sowie die Fahrtenplanung zuständig. In der Berufsschule stehen zudem Fahrzeugtechnik, Ladungssicherung und Wirtschaft auf dem Programm.

Die Fakten zum Beruf:

Wer die dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer – so wie Kai Bogatzki bald – abschließt, hat danach ziemlich sicher eine feste Stelle. Laut dem Bundesverband Spedition und Logistik fehlen in Deutschland knapp 60.000 LKW-Fahrer. Die Branche ist also auf der Suche nach gutem Nachwuchs.

Gemeinsam mit Transportunternehmen beschäftigt Dachser in Dortmund zurzeit elf Auszubildende, acht weitere sollen im August dazu kommen. Grundvoraussetzungen sind Hauptschulabschluss und Auto-Führerschein. Neben der Berufsschule werden die Azubis dann im Büro, dem Warenverteilzentrum und in der LKW-Werkstatt eingesetzt.

Das sagt Kai über seine Berufswahl:

Was gefällt dir an diesem Beruf besonders gut?

Kai: „Ich bin als Berufskraftfahrer viel unterwegs, sehe jeden Tag etwas Anderes. Mir gefällt der Kontakt mit den vielen Kunden, die man erreicht. Außerdem habe ich Spaß, das Gesicht von Kunden zu sehen, wenn ich etwas abliefere. Viele gucken wegen meines Alters überrascht: So ein junger Kerl auf so einer großen Maschine?!“

Was gefällt dir an dem Beruf gar nicht?

Kai: „Der viele notwendige Papierkram ist echt nervig, Lieferscheine und so weiter. Überall muss deine Unterschrift drunter. Schwierig wird es, wenn ich bei Kunden auf Packmittel warten muss. Sie bekommen zum Beispiel beladene Paletten von uns, haben aber keine leeren, die ich mit zurücknehmen kann. Das zu regeln, macht mir keinen Spaß.“

Wo hättest du in der Schule besser aufpassen sollen?

Kai: „Ganz klar in Englisch. Darin war ich eher so mittelmäßig. Dabei kann man da im Berufsleben etwas mit anfangen. Zum einen ist die Geschäftssprache Englisch, im Büro oder auf Frachtscheinen zum Beispiel. Zum anderen können viele Mitarbeiter in der Warenannahme oft nur schlecht Deutsch, da kann man sich mit Englisch gut helfen.“

Infos zu Ausbildungsplätzen:

Einige Dortmunder Unternehmen suchen noch kurzfristig Bewerber. Auch Marion Dirksmeier, die bei Dachser die Azubis betreut, kann sich vorstellen, mehr als die ausgeschriebenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Informationen gibt es bei ihr (Tel. 6551-2100, Stellenausschreibung auf dachser.com). Nach Angaben der Agentur für Arbeit Dortmund sind (Stand 30.7.) unter anderem noch in folgenden Unternehmen entsprechende Ausbildungsplätze zu bekommen:

  • Getränke Weidlich GmbH, Kontakt für Bewerber: Frau Silke Spata, Lütgendortmunder Hellweg 242, 44388 Dortmund, bewerbung@getraenke-weidlich.de
  • WGL Westdeutsche Getränke-Logistik GmbH & Co. KG Dortmund; Kontakt für Bewerber: Frau Ursula Pillmann-Reimer, Zentrale Personalabteilung, Flautweg 5, 44329 Dortmund, Telefon: +49 (231) 8866132; ausbildung@w-gv.d

Die ausführlichen Ausbildungsstellenangebote sowie weitere Infos zu Ausbildungsplätzen in Dortmund gibt es auf der Seite der Jobbörse der Agentur für Arbeit www.jobboerse.arbeitsagentur.de sowie vor Ort im Dortmunder Jugendberufshaus, Steinstraße 39, www.jugendberufhshaus-dortmund.de.

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