E-Scooter werden in Dortmund systematisch sabotiert

rnVandalismus

An Dortmunder Straßen werden seit einiger Zeit E-Scooter mutwillig beschädigt, sodass sie nicht mehr nutzbar sind. Ein betroffenes Unternehmen hat politische Aktivisten in Verdacht.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 26.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit etwa einem Monat haben Dortmunder regelmäßig Probleme, E-Scooter auszuleihen. Von der Hohen Straße, der Rheinischen Straße und vom Wall dazwischen sind mehrere Fälle bekannt geworden: QR-Codes, die das Ausleihen der Roller per App ermöglichen, waren nicht nutzbar.

Die Täter haben dabei durchaus Aufwand betrieben. In einigen Fällen sind die Muster mit Filzstiften übermalt worden, teilweise wurden die Bauteile mit den Codes aber auch komplett abgeschraubt. E-Scooter verschiedener Marken sind betroffen.

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Auf Anfrage teilt der Scooter-Verleiher Lime mit, dass es tatsächlich eine Häufung von Beschädigungen in den letzten Monaten in Dortmund gegeben habe, zumindest in bestimmten Gegenden. Das Unternehmen äußert den Verdacht, dass Verursacher „aus der linken Szene“ hinter den Beschädigungen stecken könnten.

Lime geht davon aus, dass Aufrufe im Internet mit den Ereignissen in Verbindung stehen - zumal man in Dortmund sonst eher wenig Probleme mit Vandalismus an den Scootern habe.

Im Internet ist eine konkrete Anleitung zu finden

Seit dem Sommer sind diese Aufrufe schon in der Welt: Auf einer linkspolitischen Online-Plattform wurde damals dazu aufgerufen, E-Scooter zu manipulieren. Dort ist auch Ende Februar noch eine konkrete Anleitung zu finden, wie man die Roller außer Gefecht setzt. Unter anderem ist das Entfernen der QR-Codes genannt. Beschädigungen aus dem linken Milieu hat es unter anderem bereits in bestimmten Gegenden Berlins gegeben.

In diesem Fall wurde der QR-Code mit einem Filzstift unkenntlich gemacht. In anderen Fällen wurde er gleich ganz abgeschraubt.

In diesem Fall wurde der QR-Code mit einem Filzstift unkenntlich gemacht. In anderen Fällen wurde er gleich ganz abgeschraubt. © Marie Ahlers

Zur Rechtfertigung von illegalen Sabotageakten bringen die Autoren der Anleitung als Argument, die neuen Miet-Roller ersetzten nur Strecken, die auch vorher schon umweltfreundlich zurückgelegt wurden - entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Es handele sich bei dem neuen „Lifestyle-Objekt“ lediglich um Elektro-Spielzeug in einer „maximal unökologischen Variante“.

Polizei Dortmund ermittelt wegen Sachbeschädigung

Die Polizei Dortmund betont, dass es sich bei solchen Sabotageakten um Sachbeschädigungen handelt und diese strafrechtlich verfolgt werden. Ein Muster der Beschädigungen konnte man hier allerdings bislang nicht erkennen.

„Das kann daran liegen, dass natürlich nicht alle Beschädigungen sofort der Polizei gemeldet werden“, teilt die Pressestelle mit. Kunden der Scooter-Verleiher können die Roller in der Regel übrigens auch über eine Seriennummer entsperren, wenn der QR-Code nicht nutzbar ist.

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