In Scharnhorst steht einem Neuling eine steile Karriere bevor

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Nach dem Ausscheiden des noch amtierenden Bezirksbürgermeisters Heinz Pasterny werden in der Bezirksvertretung Scharnhorst die Karten neu gemischt. Ein Neuling könnte an die Spitze kommen.

Scharnhorst

, 14.09.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Bezirksvertretungs-Neuling direkt ins Amt der Bezirksbürgermeisterin - diese steile politische Karriere könnte Andrea Ivo (SPD) nehmen, wenn sie in der konstituierenden Sitzung der Bezirksvertretung Scharnhorst am 17. November ins Spitzenamt gewählt wird. Die Mehrheit - wenn auch nicht die absolute - hat ihre Partei mit 37,59 Prozent der Stimmen.

Sie wolle nun gemeinsam mit ihrer Fraktion analysieren, wie es zu den Stimmeinbußen von über 13 Prozentpunkten gegenüber 2014 kommen konnte. Sie wolle künftig mehr als bisher auf die Menschen zugehen und mit ihnen reden. Erschrocken sei sie über den Einzug der AfD ins Stadtbezirksparlament, denn eigentlich komme man in Scharnhorst mit Menschen aus anderen Ländern doch gut aus.

Herbert Niehage, der für die künftige SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Scharnhorst als Fraktionsvorsitzender fungieren will, gibt zu, etwas enttäuscht vom Wahlergebnis in der Bezirksvertretung zu sein. Man müsse sich nun Allianzen suchen, was er für sich persönlich als künftige Hauptaufgabe sehe. Die SPD erhält 7 Sitze.

Freude bei der CDU über Verlust der absoluten Mehrheit der SPD

Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Scharnhorsts, Werner Gollnick, auf Listenplatz 1 für die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung und zugleich Ratskandidat, freut sich darüber, dass die SPD in Scharnhorst ihre absolute Mehrheit verloren hat.

Seine Partei erhält mit 23,10 Prozent der Stimmen 4 Sitze in der künftigen BV. Er wolle nun mit allen Parteien sprechen. Dabei gehe es aber vor allem um die Sachpolitik. Schade sei, dass man sich in Scharnhorst künftig auch mit der AfD auseinandersetzen müsse.

Spitzenkandidat der Grünen für die Bezirksvertretung Scharnhorst ist das bisherige Ratsmitglied Wolfram Frebel, der sich am Montag hocherfreut über das Wahlergebnis zeigte. Er wolle sich für eine Idee einsetzen, die er schon lange im Kopf habe, mit der er bislang aber immer gescheitert sei: Bezirksvertretung auf Reisen.

Die Sitzungen sollen künftig immer woanders stattfinden: mal in Kirchderne, mal in Husen, mal in Lanstrop und so weiter. „Wir sollten dorthin gehen, wo die Menschen leben und nicht umgekehrt“, so Frebel. Seine Partei erhält 3 Sitze.

Außerdem im Gremium sind die AfD mit 2 Sitzen sowie FDP, „Partei“ und Linke mit jeweils einem Sitz.

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