Insolvenzverwalter fordert 1,4 Millionen Euro vom BVB

Nach Q-Cells-Pleite

Der überraschende Ausstieg des Sponsors „Q-Cells“ im März 2012 könnte für Borussia Dortmund nachträglich doch noch einmal teuer werden. Der Insolvenzverwalter des inzwischen zahlungsunfähigen Solarzellen-Herstellers klagt seit Donnerstag vor dem Landgericht auf Rückzahlung von rund 1,4 Millionen Euro. Und die Erfolgsaussichten sind nach Ansicht der Richter gar nicht mal so schlecht.

DORTMUND

26.01.2017, 13:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Insolvenzverwalter fordert 1,4 Millionen Euro vom BVB

Vor Gericht trafen sich der BVB und der ehemalige Sponsor Q-Cells.

Der Vorwurf des Insolvenzverwalters lautet so: Borussia Dortmund habe die 1,4 Millionen Euro im März 2012 kassiert, obwohl man offensichtlich schon von der drohenden Zahlungsunfähigkeit von „Q-Cells“ gewusst habe. Das Unternehmen hatte damals erklärt, aus dem eigentlich auf fünf Jahre geschlossenen Sponsoringvertrag aussteigen zu wollen und im Gegenzug die Abstandssumme gezahlt. Nur einen Monat später wurde der Insolvenzantrag gestellt.

"Restrukturierungskonzept lief"

BVB-Finanzgeschäftsführer Thomas Treß und insgesamt drei Rechtsanwälte hielten jedoch dagegen. Keinesfalls habe Borussia Dortmund damals mit einem baldigen Insolvenzantrag rechnen müssen. Der Bitte von „Q-Cells“, aus dem Vertrag aussteigen zu dürfen, habe man auch aus Verantwortung für das Unternehmen entsprochen. Treß: „In dem Unternehmen lief ein umfassendes Restrukturierungskonzept. Wir haben auch eine Verantwortung für die Menschen dort. Wir wollten verhindern, dass dieses Konzept scheitert. Sollten wir etwa schuld sein an einem möglichen Verlust von Hunderten Arbeitsplätzen? Ganz sicher nicht.“

Auf Anraten des Gerichts wollen beide Seiten nun bis Ende April versuchen, zu einer außergerichtlichen Einigung zu kommen.

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