Investor will Nordstadt-Kirche zu Hotel machen

St.-Albertus-Magnus-Kirche

Es ist ein weiteres Kapitel einer langen Geschichte: Die katholische Nordstadt-Kirchengemeinde Heilige Dreikönige hat die profanierte St.-Albertus-Magnus-Kirche in der Enscheder Straße verkauft. An Stelle der Kirche soll ein Hotel entstehen. Die Investoren sind in Dortmund nicht unbekannt.

Nordstadt

, 29.05.2017, 16:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Investor will Nordstadt-Kirche zu Hotel machen

Seit zehn Jahren steht die entwidmete St.-Albertus-Magnus-Kirche in der Nordstadt leer. Ein Investor will hier nun ein Hotel errichten. Ob die Kirche abgerissen wird oder erhalten bleibt, ist offen.

Ende vergangenen Jahres hatte die Gemeinde die seit zehn Jahren leer stehende Kirche für 298.000 Euro über einen Makler zum Verkauf angeboten – und damit eine Forderung der Denkmalschützer erfüllt. Denn die hatte im Rahmen des Verfahrens zur Aufhebung des Denkmalschutzes einen Maklernachweis verlangt.

„Das Gebäudeensemble fand großes Interesse“, teilte die katholische Kirche am Montag mit. Sechs ernsthafte Interessenten meldeten sich. Die Gemeinde entschied sich schließlich für den Interessenten HD Immobilien aus Düsseldorf. „Dieses Unternehmen hat Erfahrung mit der Umwidmung von alten und leer stehenden Gebäuden und möchte aus dem Gebäudekomplex ein Hotel machen“, erklärte Pfarrer Ansgar Schocke.

Hotel statt Kirche

In der Tat ist HD Immobilien in Dortmund schon bekannt: Das Unternehmen hatte vor elf Jahren die frühere Brau- und Brunnen-Zentrale am Westentor gekauft und – trotz einiger Anlaufprobleme – in das Vier-Sterne-Hotel „Unique“ umgewandelt, das im April 2010 Eröffnung feierte und seit August 2011 an die Novum-Gruppe verpachtet ist.

Unklar ist, ob die Albertus-Magnus-Kirche ebenfalls umgebaut oder abgerissen werden soll. Eine Machbarkeitsstudie, die die Stadt mit Fördermitteln des Landes in Auftrag gegeben hatte, hatte eine Sanierung des Gebäudekomplexes auf 6,7 Millionen Euro beziffert. Die Gemeinde hatte daraufhin überlegt, das Ensemble abreißen zu lassen und auf dem Grundstück mit der Wert-Voll gGmbH eine interreligiöse sowie internationale Kita bauen zu lassen. Mit dem Verkauf und dem Hotel-Vorhaben nehmen die Planungen nun eine ganz neue Wendung.

Kirche wurde 2014 besetzt

Die St. Albertus-Magnus-Kirche inmitten der Wohnviertel am Borsigplatz wurde 1933/34 erbaut. Bereits 1989 hatte die katholische Gemeinde die Gebäude an der Enscheder Straße der Kroatischen Mission überlassen. Mit der Übertragung des Allerheiligsten, dem Löschen des ewigen Lichts und der Verlesung des Profanierungsdekrets wurde die Albertus-Magnus Kirche 2007 endgültig aufgegeben.

2014 geriet die Kirche in die Schlagzeilen, als die autonome Avanti-Gruppe sie besetzte, um dort ein Soziales Stadtteilzentrum zu etablieren. Die Polizei ließ das Gebäude eine Woche später räumen.

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