Wohnturm mitten in der City soll gebaut werden - obwohl der Investor abspringt

rnPlatz von Rostow am Don

Wer baut das neue 20-geschossige Hochhaus auf dem Platz von Rostow am Don? Die Investoren, die das Projekt 2018 mitvorgestellt haben, sind aus dem Spiel. Gekippt ist es trotzdem nicht.

Dortmund

, 02.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Es hatte einiger Diskussionen bedurft, bis der Rat der Stadt das Konzept für das 20-geschossige Hochhaus am Platz von Rostow am Don zwischen Ruhrallee und Märkischer Straße im November 2018 mehrheitlich durchwinkte. Die Bedenken gegen das millionenschwere Projekt zogen sich quer durch die Fraktionen.

Die CDU etwa führte neben ästhetischen und städtebaulichen Gründen auch den Nutzungsmix ins Feld. Ihre Kritik: Dienstleistungen, Handel und Gewerbe, das sei okay. Auch einen begrenzten Umfang an freifinanzierten und durchaus teureren Mietwohnungen könne man sich an einer solch prominenten Innenstadtlage vorstellen. Nur eben keine Sozialwohnungen. Sie seien wegen der besonderen Konzeption des Hauses problematisch. Oberbürgermeister Ullrich Sierau kündigte während der damaligen Ratssitzung „weitere Gespräche“ mit den Investoren an. Die hat es inzwischen gegeben.

Wie Sierau auf Anfrage erklärte, habe er den Projektplanern deutlich gemacht, dass der Entwurf aus dem Bochumer Büro Archwerk Generalplaner noch einmal „nachqualifiziert“ werden müsse. In welchen Punkten, ließ er offen. „Ich glaube, dass die Beteiligten in der Ratssitzung einige Hinweise bekommen haben.“

Bauvoranfrage liegt nicht vor

So verwundert es nicht, dass dem Bauordnungsamt zurzeit weder eine Bauvoranfrage noch ein Bauantrag für das Gebäude vorliegt. Der soll aber folgen. Die Firmengruppe Küpper aus Wuppertal aber, die noch 2018 für das Hochhausprojekt in den Ratsfraktionen trommelte, wird an keiner Stelle mehr auftreten. Sie hat sich aus dem Projekt verabschiedet.

"Wir hätten gern gekauft"

„Wir sind raus“, erklärt Geschäftsführer Boris Küpper auf Anfrage. „Dabei hätten wir das Grundstück gern von der Stadt gekauft und entwickelt. Zumal wir auch schon einen Preis ausgehandelt hatten.“ Darüber hinaus habe es bereits erste Mietinteressenten gegeben. Am Rande der Münchener Immobilienmesse Expo Real im Oktober 2018, einen Monat vor der Ratsentscheidung, habe man versucht, mit der Stadt ins Gespräch zu kommen. Vergeblich.

Im selben Atemzug macht Küpper allerdings auch deutlich, „dass wir ein anderes Konzept als Archwerk verfolgt haben.“ Soll heißen: Der Wuppertaler Mittelständler wollte das 60 Meter hohe Gebäude mit einem deutlich höheren Anteil an Handel, Büros und Dienstleistungen (inklusive eines Hotels) ausstatten und dafür umgekehrt weniger Wohnungen bauen. Vorgesehen waren rund 20 Mietwohnungen auf den oberen Etagen. „Das ist leider nicht zur Umsetzung gekommen“, sagt Küpper. Das Büro Archwerk hingegen plant im Wesentlichen einen „Wohnturm“.

Gespräch mit der Stadt

Prof. Wolfgang Krenz, Chef bei Archwerk, bestätigt die Trennung von Projektpartner Küpper. Gekippt ist das Vorhaben damit aber keineswegs. Im Gegenteil, sagt Krenz: Die Vorbereitungen seien weit gediehen. „Wir sind dabei, die Genehmigungsunterlagen zu erstellen.“ Zu einem möglichen neuen Investor wollte er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Dessen Namen lässt auch Wüstenrot Immobilien als weiterer Partner des Hochhaus-Projektes derzeit offen. Vertriebsdirektor Ralf Berger verweist auf ein anstehendes Gespräch mit der Stadt. „In zwei bis drei Wochen wissen wir mehr.“

Der städtische Planungsdezernent Ludger Wilde weiß um den Termin. Er gehe davon aus, „dass das Konzept bis dahin seinen Feinschliff“ erhalten habe. Und natürlich würde auch die Stadt gern wissen, wer als Investor oder als künftiger Betreiber der geplanten Immobilie auf den Plan trete. Als mögliche Investitionssumme hatte Wüstenrot-Immobilienexperte Berger 2018 grob „einen Korridor von 42 bis 55 Millionen Euro“ genannt.

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