Coronavirus

Inzidenz in Dortmunder Stadtbezirk ist fünfmal höher als im anderen

Das Impfen geht auch in Dortmund nur schleppend voran. Dabei sieht die Stadt einen Zusammenhang zwischen der Impfquote und der extrem unterschiedlichen Sieben-Tage-Inzidenz in den Stadtbezirken.

Dortmunds Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner macht bei den Corona-Neuinfektionen einen Trend aus: Die Zahlen gehen wieder runter. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Montag (6.9.) bei 136,6, eine Woche zuvor noch bei 157,2. „Die Richtung stimmt“, sagte Zoerner bei einer Pressekonferenz am Dienstag, „man muss sehen, ob sich der Trend stabilisiert.“

Mit Abstand zu den Sommerferien gehe auch die Zahl der infizierten Reiserückkehrer zurück, stellte Zoerner fest. Gab es in der zurückliegenden Woche 71 infizierte Urlaubsrückkehrer, waren es eine Woche davor noch 186 und vor 14 Tagen 257.

Hochinzidenz in der Nordstadt

Die rückläufigen Zahlen seien allerdings nicht gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt, erklärte Dr. Frank Renken, Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes. Im Gegensatz zur Vergangenheit zeige sich jetzt „ein extrem deutlicher Unterschied“ zwischen den Stadtbezirken. „Das hatten wir lange nicht.“

So bleibt die Nordstadt auf Hochinzidenz-Niveau mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 480. Der Stadtbezirk Aplerbeck dagegen liegt bei 90. Auch ansonsten sei das Bild gemischt, sagt Renken. Stadtbezirke, die es lange nicht bis zur 100er-Grenze „geschafft“ haben und jetzt leicht darüber liegen, während andere, die über 100 lagen, jetzt wieder sinken.

Renken sieht einen klaren Zusammenhang zwischen der Inzidenz und der Durchimpfungsquote, die innerhalb des Stadtgebietes ebenfalls unterschiedlich ist. Dort, wo man hohe Impfzahlen erwarte, habe man deutlich niedrigere Inzidenzwerte, so Renken, und dort, wo die Impfzahlen zu niedrig seien, sei der Inzidenzwert zu hoch – einer von vielen Hinweisen, „dass wir es mit einem Schutz der Bevölkerung durchs Impfen zu tun haben“.

Altersinzidenz unter 27 Jahre

Diese Annahme werde auch von der Altersinzidenz gestützt, meint Renken. Die Alten seien geimpft. Gleichzeitig sei das Durchschnittsalter der Infizierten für die Gesamtzahl der gemeldeten Neuinfektionen auf unter 27 Jahre gesunken. Renken: „Wir bewegen uns auf 25 Jahre hin.“

Beim Impfen geht es aber weiter nur schleppend voran. Trotz der Ende Juli reduzierten Öffnungszeiten könnte das Impfzentrum auf Phoenix-West deutlich mehr Menschen impfen, als tatsächlich kommen. Bis zum 30. September ist das Impfzentrum noch geöffnet.

Bei den 12- bis 17-jährigen Schülern lassen sich täglich zwischen 177 und 185 den Impf-Piks geben. Allerdings, so Zoerner, hätten sich für den 3. September 262 angemeldet, erschienen seien dann nur 185. Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KVWL) sind in Dortmund (Stand Dienstag, 7.9.) 9723 der 12- bis 17-Jährigen geimpft. Das sind 31,1 Prozent.