Jahreszeiten gibt es nicht

Gabriele Terlisten arbeitet gerne im T-Shirt. Alles andere wäre zu schwül und zu unbequem. Von den Minustemperaturen draußen bekommen sie und ihre Schützlinge wenig mit. Nur die kleinen Seidenäffchen meckern.

06.01.2009, 18:06 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Jahreszeiten", sagt Gabriele Terlisten, "die gibt es hier nicht." Im Amazonashaus des Zoos ist es immer warm - selbst wenn es draußen 9 Grad minus sind.

Allerdings dürfen bei solchen Temperaturen die kleinen Äffchen nicht in das Außengehege. Piepsend protestieren sie, als sie ihre Tierpflegerin sehen. "Normalerweise dürfen sie im Winter raus, doch bei der Witterung würden wir zu viel Wärme verlieren", sagt sie. Denn nicht alle wollen wieder zurück ins Warme. Die Klappe müsste offen stehen bleiben.

Wegen der geringen Außentemperatur fällt auch das Thermometer im Amazonashaus. Die freilaufenden Tiere verziehen sich nach oben. Dort ist die Luft wärmer. 21, 6 Grad. Viel kälter dürfte es nicht sein, damit sich die Tiere noch wohlfühlen. Für die Reptilien haben Terlisten und ihre Kollegen Wärmelampen aufgestellt. Leguan Casanova genießt das. "Der kommt gar nicht mehr unter der Lampe weg."

Von der Decke tropft Kondenswasser. Für die vielen tropischen Pflanzen ist das ein Problem. "Dort, wo das Wasser ständig auftrifft, faulen die Pflanzen", so Terlisten. Und auch die Besucher haben unter der hohen Luftfeuchtigkeit zu leiden. Brillen und Kamera-Objektive beschlagen sofort. Ein Fön am Eingang schafft Abhilfe.

Für die Kaiserschnurrbarttamarine - eine kleine Affen-Art - hat Gabriele Terlisten eine Schale Schnee ins Gehege gestellt. Neugierig beschnuppern die Tiere die kalt-schmilzende Masse. Tauchen ihre Händchen hinein. Auch wenn der Wechsel der Jahreszeiten kaum spürbar ist: So merken selbst die kleinen Affen, dass Winter ist. Dennis Werner

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