Jan Böhmermann will SPD-Chef werden – kommt Unterstützung aus Dortmund?

rnTV-Satiriker

ZDF-Satiriker Böhmermann will wohl SPD-Vorsitzender werden. Er braucht die Unterstützung von fünf Unterbezirken. Dortmund ist bundesweit der größte. So reagiert SPD-Chefin Nadja Lüders.

Dortmund

, 30.08.2019, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das passt gut: Die Arbeiterwohlfahrt feiert am Freitag (30. August) in Dortmund ihren 100. Geburtstag, zu dem wichtige Köpfe der SPD erwartet werden. Bei dieser Gelegenheit tagt abends der SPD-Landesvorstand in Dortmund. Die Kandidatur von Jan Böhmermann für den SPD-Bundesvorsitz dürfte dort ein Thema sein – wenn vermutlich auch kein ganz ernstes.

Den Wunsch zu kandidieren, hatte Böhmermann am Donnerstagabend (29. August) in seiner ZDF-Show „Neo Magazin Royal“ angekündigt. Willy Brandt sei ihm im Traum erschienen und habe ihm gesagt: „Du musst es machen, der Olaf (Scholz) ist ne Pfeife.“ Der Entertainer ließ die Parteimitglieder wissen, er sei bereit, „die SPD zu retten, wenn Ihr mir dabei helft“.

Die Zeit drängt

Böhmermann hat nach eigenen Worten bisher kein SPD-Parteibuch und müsste zwei weitere Voraussetzungen erfüllen. Dabei drängt die Zeit. Auf der Website zu seiner Kampagne „neustart19.de“ schreibt der TV-Satiriker, er müsse seine Kandidatur bis Sonntag um 18 Uhr einreichen. „Ich brauche bis dahin die Unterstützung von fünf SPD-Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband.“

Die Bewerbungsfrist für die Nachfolge von Andrea Nahles läuft am Sonntag (1. September) ab. Bislang hat der Wahlvorstand der SPD laut Medienberichten bei fünf Kandidatenduos die nötige Unterstützung anerkannt.

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Lüders traut Böhmermann alles zu

Böhmermann beteuerte, die Aktion sei kein Witz, obwohl er gerade für solche bekannt ist. Dortmund mit dem bundesweit größten SPD-Unterbezirk könnte theoretisch einer der fünf Unterbezirke sein, die Böhmermann braucht. Was sagt die Dortmunder Unterbezirksvorsitzende Nadja Lüders zu der Bewerbung?

„Es kann jeder kandidieren, der sich berufen fühlt“, sagte Lüders am Freitag süffisant. Sie traue Jan Böhmermann alles zu. Und schob hintersinnig nach: „Doch der Unterbezirk tagt bis Sonntag nicht mehr.“

Das muss aber nicht heißen, dass die SPD Böhmermann in Dortmund nicht unter die Arme greifen könnte. Wenn auch der Unterbezirk nicht tagt, so aber zumindest am Freitag der Landesvorstand. Der könnte die Bewerbung Böhmermanns gleich auf einer höheren Ebene unterstützen - denn wenn ein Landesverband ihn unterstützt, reicht das, und er bräuchte keine weiteren Unterbezirke mehr als Befürworter. Möglicherweise gibt es aber für den Landesvorstand sogar noch mehr Überraschungskandidaten, die sich bis Sonntag für den Parteivorsitz finden lassen.

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