Japaner siegt mit Charisma

DORTMUND Der Publikumsliebling des Finales vom 11. Internationalen Schubert-Wettbewerb hat sich durchgesetzt: Der Japaner Takashi Sato ist der 13. Preisträger des Wettbewerbs seit 1987.

von Von Julia Gaß

, 30.09.2007, 16:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Die Preisträger des 11. Schubert-Wettbewerbs (v.l.): Eri Mantani (5.), Yuko Momo Shinohara (2.), Kinwai Shum (4.), David Meier (3.) und vorn der Sieger Takashi Sato. Foltynowicz</p>

<p>Die Preisträger des 11. Schubert-Wettbewerbs (v.l.): Eri Mantani (5.), Yuko Momo Shinohara (2.), Kinwai Shum (4.), David Meier (3.) und vorn der Sieger Takashi Sato. Foltynowicz</p>

Im Orchesterdurchgang mit den Dortmunder Philharmonikern unter Ekhart Wycik verwies der Jüngste der Runde seine acht Jahre ältere Landsfrau Yuko Momo Shinohara auf Platz 2. Sie hat den Preis der Kulturstiftung Dortmund (5000 ) und den Sonderpreis des Clubs Soroptimist Dortmund (1000 ) für die beste Interpretation einer großen Schubert-Sonate gewonnen. Der 30-Jährige David Meier aus Lübeck bekam den 3. Preis der Hypo Real Estate Stiftung (4000 ) und den Sonderpreis des Pianohauses van Bremen für den besten Teilnehmer der 3. Runde aus dem deutschsprachigen Raum, der Chinese Kinwai Shum (32) den 4. Preis der Raschinki-Stiftung der Volksbank (3000 ) und die Japanerin Eri Mantani (25) den 5. Preis (2500 ). Neben 7500 , einer CD-Produktion und Konzert-Engagements hat Sato auch den Sonderpreis von Mercedes-Benz (1500 ) gewonnen.

Mit seinem impulsiven Spiel, einem kraftvollen Anschlag und viel Gespür für lyrische Momente hat Sato das Publikum beim Finale im Konzerthaus sofort für sich eingenommen. Guten Blickkontakt pflegte der Japaner zum Dirigenten; mehr als ein Wettbewerb war sein Auftritt ein Konzert. Es macht Spaß, dem Pianisten mit dem großen Charisma zuzuschauen und zuzusehen.

Die poetischere Interpretin war Yuko Momo Shinohara. Im Mozart-Ton spielte sie das 2. Beethoven-Konzert, und auch mit Schuberts Musik ging sie so vorsichtig um wie mit einem zerbrechlichen Spielzeug. Noch stärker nach innen gekehrt wirkte der deutsche Finalist David Meier, der auch wenig Blickkontakt mit dem Orchester hatte.

Vier Mal hörte das Publikum das Pflichtstück, eine Orchesterbearbeitung von Schuberts Adagio und Rondo D 487. Der künstlerische Leiter des Wettbewerbs, Prof. Arnulf von Arnim, möchte es künftig immer zum Pflichtstück machen. Aus den sechs Klavierkonzerten von Beethoven und Mozart hatten die Finalisten vier verschiedene Konzerte ausgewählt. Das war abwechslungsreich fürs Publikum, aber mehr Vorbereitung für die Philharmoniker, die nicht immer preisverdächtig begleiteten.

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