Edel-Boutique im Dortmunder Süden schließt wegen Corona

rnGeschäftsaufgabe

Ende Juli könnte der exklusive Fashion-Laden sein Zehnjähriges feiern. Doch dazu wird es nicht kommen. Auch die solvente Stammkundschaft konnte die Einbußen durch Corona nicht ausgleichen.

Lücklemberg

, 08.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Statt der neuen Frühjahrs- und Sommermode prangt der Schriftzug „Räumungsverkauf“ in den Schaufenstern der exklusiven Boutique an der Kirchhörder Straße. Jochen Derwald gibt seinen Modeladen in Lücklemberg nach fast zehn Jahren auf.

Am 31. Juli könnte „Jay’s Fashion Store“ sein Jubiläum feiern. „Aber es geht wirtschaftlich gesehen nicht mehr weiter“, sagt Derwald. Er spricht von 90 Prozent Umsatzverlust durch Corona. Und schon vor der Krise sei es nicht mehr toll gelaufen. Nach guten Jahren sei das Geschäft ab 2017 zunehmend schwieriger geworden.

Jochen Derwald gibt seinen Laden auf.

Jochen Derwald gibt seinen Laden auf. © Susanne Riese

Er habe gemeinsam mit seiner Frau entschieden, die Reißleine zu ziehen. Bereits Pfingstmontag verbreitete er den Entschluss über die sozialen Netzwerke. Das Foto dazu lässt erahnen, wie schwer ihm die Entscheidung gefallen sein muss. Viele bedauernde Kommentare sammeln sich unter dem Post bei Facebook.

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Seit dem 2. Juni hängen nun die Ausverkaufsschilder in den Fenstern an der Kirchhörder Straße 80. Und nun kommen auch wieder Kundinnen nach der langen Corona-Pause – um Tschüss zu sagen, alles Gute zu wünschen und noch schnell ein Schnäppchen zu machen: Clogs von Ugg für 40 statt 199 Euro – da greift man gern zu. Retten wird das den Laden nicht mehr.

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Er sei einer der ersten gewesen, der Mitte März wegen der Infektionsgefahr den Laden geschlossen hätte, erzählt der 47-Jährige, der sich schon immer für Mode interessiert hat. „Gesundheit geht vor.“ Seit dem 20. April ist Jay’s wieder geöffnet. „Es wird aber nicht besser.“

Die Menschen haben offenbar keine große Lust auf Shoppen mit Maske und Desinfektionsmittel. Vielleicht kämpfen einige auch selbst mit knapperen Einnahmen und verkneifen sich das neue Sommerteil.

„Gerade die kleinen Läden können solche Zeiten schwer durchstehen“, sagt Jochen Derwald. Das Risiko, jetzt neue Ware zu ordern und wegen einer zweiten Infektionswelle darauf sitzen zu bleiben, ist ihm zu hoch.

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Seine Stammkunden zeigten sich betroffen. Sie schätzen die persönliche Atmosphäre und Beratung in dem netten kleinen Store, ebenso wie die Markenauswahl mit Mos Mosh, dem Fair-Trade-Label Meinfrollein und Ugg.

Doch Jochen Derwalds Entscheidung steht fest. Ende Juli soll sich die Tür für immer schließen. Bis dahin gibt es Rabatte zwischen 50 und 70 Prozent.

Was aus dem markanten Ladenlokal an der Kirchhörder Straße wird, ist noch offen.

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