"Jetzt ist Druck im Kessel"

Ein Modell des Dortmunder Bahnhofs gab es zum ersten Mal nicht auf der Bahnmesse "railtec", deren sechste Auflage gestern in den Westfalenhallen eröffnet wurde. Thema ist er trotzdem. Auch wenn es wieder mehr Fragen als Antworten gab.

12.11.2007 / Lesedauer: 3 min

Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers sprach den Dortmunder Bahnhof sogar in seiner Eröffnungsrede an. "Wir wünschen uns, dass die Hauptbahnhöfe Duisburg und Dortmund zur Kulturhauptstadt Europas Ruhr.2010 in neuem Glanz erstrahlen", sagte er. Damit spielte er auf die Entscheidung des Bundestags-Haushaltsausschusses an, der zusätzliche Finanzmittel des Bundes für die Bahnhöfe im Ruhrgebiet mit Blick auf die Kulturhauptstadt Ruhr freigegeben hatte.

Der Vertreter des Bundes, Staatssekretär Jörg Hennerkes, der Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee vertrat, gab sich allerdings noch vorsichtig. Noch stehe eine letzte Sitzung des Haushaltsausschusses am Donnerstag aus, erklärte er. Grundsätzlich wertete er die Weichenstellung der Politik aber als "gutes Signal". "Jetzt ist Druck im Kessel", erklärte Hennerkes - und verwies zugleich auf den Zeitdruck für die Bahnhofsplanung: "Wichtig ist, dass wir die Bahnhöfe im Ruhrgebiet bis 2010 in einen Zustand bringen, dass sie Eingangstore und Empfangsstationen für die Gäste aus aller Welt sein können." Dazu solle es kurzfristige Vereinbarungen zwischen allen Beteiligten von Bund über Bahn und Land bis zur Stadt geben.

Pläne abwarten

"Was wir jetzt brauchen sind belastbare Zahlen", betonte auch Rüttgers. Soll heißen: Die Bahn muss sich zu konkreten Plänen und Kosten äußern. Danach können sich Land und Bund die Karten legen, wie viel Geld sie beisteuern. Einen Blankoscheck über 55 Mio. Euro, die das Land zu 3do-Zeiten avisiert hatte, will NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke nicht ausstellen. Die Förderhöhe sei abhängig von den konkreten Planungen der Bahn. Und der Bundesanteil müsse wegen des hohen Anteils an Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur in jedem Falle höher liegen, stellte Wittke gegenüber den RN klar.

Zuletzt war von Bahn-Seite eine Bahnhofserneuerung für 145 Mio. Euro ins Gespräch gebracht worden - wobei man weiter auf 130 Mio. Fördermittel von Bund und Land hoffte. Intern denkt man nach RN-Informationen aber auch zweigleisig: Vorrang hat zunächst die Modernisierung der Verkehrsstation mit neuen Bahnsteigen und behindertengerechten Zugängen. Erst in zweiter Linie nimmt man dann ein neues Empfangsgebäude in den Blick. Das wäre nicht zuletzt abhängig von der Zustimmung der Stadt, die ein Vorrücken des Bahnhofsgebäudes zu Königswall bislang skeptisch beurteilt hatte. Sicher ist nur eins: Es gibt noch jede Menge Gesprächsbedarf. Oli

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