Joachim Pohlmann vor der OB-Wahl

Exklusiv-Interview

DORTMUND Der Wahltag 9. Mai rückt näher. Zeit, den OB-Kandidaten der großen Parteien auf den Zahn zu fühlen. Wir sprachen mit Joachim Pohlmann (CDU), OB-Kandidat von CDU, FDP und Bürgerliste.

von Von Gaby Kolle und Oliver Volmerich

, 03.05.2010, 11:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Joachim Pohlmann vor der OB-Wahl

Joachim Pohlmann, Jurist, Notar und Ex-CDU-OB-Kandidat: Also: Tomatenmark aus der Tube oder Frischkäse, Stück Käse, der gerieben wird und zum Überbacken dient als Basis. Dann mal in den Kühlschrank schauen: frische oder getrocknete Tomaten? Irgendeine Form von Wurst (natürlich keine Streichwurst) oder Thunfisch aus der Dose, eingelegte Artischocken oder Paprika oder Kapern - was eben da ist. Toast mit Tomatenmark/Frischkäse bestreichen, alles andere klein geschnibbelt drauf, Käse drüber und ab in den Ofen - Mitte, 180 Grad, je nach Bräunungsgrad und Vorheizzeit etwa 5 bis 10 Minuten. Pohlmann verspricht: "Kaum Arbeit, schmeckt lecker und Küche trotzdem ordentlich. Was will man mehr?" Oder: Spaghetti kochen und währenddessen eine kalte Soße herrichten (Salsa oder Pesto): Dose Thunfisch ("muss immer da sein"), Öl ablassen, ein paar frische Tomaten klein schneiden, etwas Weißwein oder Zitronensaft, das Ganze mit Olivenöl, Salz, Pfeffer abschmecken und mal schauen, ob noch Kapern und Knofi da sind. "Wenn nicht, auch nicht schlimm", findet der Improvisateur, "schmeckt auch so in etwa zehn Minuten."

Weil ich mich getäuscht und betrogen fühle – von der Haushaltslüge bis zur Gehaltsaffäre. Herr Sierau hat vor der Wahl zu mir gesagt: „Wir machen jeden Tag Kassensturz“, hat er aber nicht. Und jetzt streut er den Bürgern erneut Sand in die Augen, wenn er öffentlich erklärt, er habe sich von den ausgeglichenen Haushalten der vergangenen Jahre blenden lassen und „man“ sei nicht konsequent beim Sparen gewesen. Ist das die Kompetenz, die er behauptet zu haben? Sierau ist elf Jahre dabei, davon zwei als Stadtdirektor. Den ausgeglichenen Haushalt hat es immer nur auf dem Papier gegeben. Die Ausgaben überstiegen seit zehn Jahren die Einnahmen. Wenn Sierau sich davon hat blenden lassen, dann gute Nacht Marie.

Die „Erfahrung“ von Herrn Sierau hat uns doch in diese Situation gebracht. In der Gemeindeordnung steht nichts davon, dass man als Oberbürgermeister eine Lehrzeit machen muss. Ich bin Fachanwalt für Verwaltungsrecht. Für das laufende Amtsgeschäft gibt es hochkompetente Mitarbeiter in der Verwaltung. Ich kann mit Menschen, Mitarbeitern, er nicht.

Eine Erfahrung ist, wie viel die Chemie zwischen den handelnden Personen ausmacht. Es geht nicht immer um Sachfragen. Wenn Sie es nicht miteinander können, geht da gar nichts.

Ich habe keine Berührungsängste. Ich bin ideologiefrei. Ich schätze die Fraktionschefs von CDU und FDP-Bürgerliste, Ulrich Monegel und Dr. Annette Littmann, aber ich kann genauso gut mit den Herren Prüsse und Drabig reden. Und die grüne Parteichefin Hilke Schwingeler halte ich für sehr verlässlich und ehrlich.

Ja, die Ratsmehrheit steht zumindest derzeit, wie sie ist. Wir haben gemeinsam die Ärmel aufzukrempeln.

Keine Großprojekte mehr und erst einmal an die eigene Nase fassen. Den Aufwand im OB-Büro zurückfahren – 60.000 € für Anwaltskosten, das ist doch irre. Wie sollte ich da dem Bürger ins Auge sehen, der mich um Geld bittet? Den Verwaltungsvorstand reduzieren. Zudem müssen wir den gesetzlichen Spielraum beim Umfang der politischen Gremien nutzen.

Wenn wir 34 € für die Reparatur eines Spielgerätes in Hombruch nicht mehr bezahlen können, dann muss auch im Kleinen gespart werden.

Wir müssen z.B. das Problem Klinikum mit seinem Investitionsstau von 250 bis 300 Mio. € lösen. Ideologiefrei darüber reden, ob ein Privater bereit ist, mit 49 Prozent da rein zugehen.

Ich stehe dazu, die Betriebszeiten für den Flughafen auf maximal 23 Uhr zu verlängern. Aber keine Verlängerung der Startbahn und keine wie auch immer gearteten Projekte zur Verlängerung der Startbahn. Ich würde dem Flughafen einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren geben, dann muss eine operative Null geschrieben werden.

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