Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Jobcenter will Minijobs in feste Stellen umwandeln

Werbetour

Jobcenter-Geschäftsführer Frank Neukirchen-Füsers hat eine Mission: Er will so viele Minijobs wie möglich in feste Stellen umwandeln. Und damit hat er Erfolg, denn er erklärt Firmen, wo die Vorteile eines solchen Wechsels liegen.

DORTMUND

, 26.06.2015 / Lesedauer: 3 min
Jobcenter will Minijobs in feste Stellen umwandeln

Jobcenter-Geschäftsführer Frank Neukirchen-Füsers will Minijobs umwandeln.

In Dortmund gibt es etwa 63.000 Minijobs: für Fahrer, Gebäudereiniger oder in Hotels und Gaststätten. Beschäftigte verdienen bis zu 450 Euro im Monat, ohne Steuern und Sozialabgaben zahlen zu müssen. Sie verdienen sich unkompliziert etwas dazu – Unternehmen wiederum erhalten flexibel einsetzbare Arbeitskräfte.

Das sind die positiven Aspekte. Die negativen: Viele Minijobber benötigen finanzielle Hilfe vom Jobcenter, zudem fehlt ihre soziale Absicherung. Für Betriebe sind Minijobber teurer als sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter.

Minijobber in feste Arbeit

Das Jobcenter Dortmund wirbt daher seit 2011 verstärkt dafür, dass Betriebe mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einstellen. 1.650 Mal hat das seither funktioniert. Das Projekt „Mehrwert schaffen – Minijob umwandeln“ sei auf „Erfolgskurs“, sagt Jobcenter-Geschäftsführer Frank Neukirchen-Füsers.

Weil er noch deutlich mehr Minijobber in feste Arbeit bringen will, ging er jetzt auf Werbetour für das Projekt. Er besuchte ein Unternehmen, bei dem die Umwandlung nach dem Geschmack des Jobcenters läuft: den Paketdienst GLS an der Huckarder Straße. Dort arbeiten rund 500 Menschen, 250 davon als Minijobber. Seit Dezember wurden etwa 40 Minijobs zu sozialversicherungspflichtigen Stellen – dafür gab’s von Neukirchen-Füsers eine Urkunde.

Mehr Abgaben bei Minijobs

Viele Firmen, sagt er, richteten Minijobs nur ein, „weil es eben so gemacht wird“. Gerade bei kleinen Betrieben erlebe er häufig einen Aha-Effekt, „wenn die merken, dass sie bei Minijobs mehr Abgaben zahlen“. Zudem, so Neukirchen-Füsers, entwickelten Festangestellte eine bessere Bindung ans Unternehmen.

Das bestätigt Maik Gäbler, der die Mitarbeiter im GLS-Depot koordiniert. Einstige Minijobber, die nun – fest angestellt – vier, fünf, sechs Stunden pro Tag arbeiten, „sind zufriedener und wollen mit dazu gehören“. Sie kämen plötzlich sogar zum Betriebsfest. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte feiern aber nicht nur lieber als Minijobber – auch ihre Leistung sei oft besser, sagt GLS-Niederlassungsleiter Volker Dietz. Auch die Fluktuation, die mit Minijobbern eher hoch sei, sinke.

Aushilfen finden

Das Ziel von Neukirchen-Füsers – und das von acht Beratern beim Jobcenter – ist es daher, noch mehr Arbeitgeber davon zu überzeugen, Minijobs „umzuwandeln“. Gleichwohl räumt Neukirchen-Füsers ein, dass Minijobs für Firmen eine „schnelle, unkomplizierte Möglichkeit bieten, Aushilfen zu finden“. Und zweifelsohne wollen manche Leute auch ganz einfach einen Minijob haben – beispielsweise als Zweitjob.

Lesen Sie jetzt