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JP Kraemer hat deutliche Botschaft für die Jugendlichen der Hauptschule Kley

rnPS-Profi wird Schulpate

PS-Profi „JP“ Kraemer fuhr am Donnerstag mit einem Porsche auf den Pausenhof der Hauptschule Kley. Doch den Applaus kassierte er nicht für viel PS, sondern für eine deutliche Botschaft.

Kley

, 04.04.2019 / Lesedauer: 3 min

300 Schülerinnen und Schüler hinter dem Flatterband, und ein Knistern in der Luft: Im Regen stehen? Macht heute nichts. Paar Minuten warten? Egal. Aus einem Verstärker schallt Musik, Schulleiter Olaf Lücke gibt noch ein paar Regieanweisungen und dann rollt der silberne Porsche auch schon langsam auf den Pausenhof. Als Jean Pierre „JP“ Kraemer aussteigt, entlädt sich die Vorfreude in lautem Jubel.

„Ich habe weniger als eine Sekunde gebraucht, um zuzusagen“

Aber was dann kommt, ist noch viel besser: Denn Kraemer ist nicht der unnahbare Star aus dem Fernsehen („Die PS-Profis“) oder Youtube, der einschwebt, um das Bad in der Menge zu genießen, ein bisschen zu winken und dann ganz schnell wieder ins Auto zu steigen. Er hat Zeit mitgebracht und vom ersten Moment an sichtlich Spaß daran, sich mit den Jugendlichen auf Augenhöhe zu treffen.

JP Kraemer hat deutliche Botschaft für die Jugendlichen der Hauptschule Kley

Jubel hinter dem Flatterband. Die 300 Schülerinnen und Schüler begrüßten Jean Piere Kraemer, der mit einem silbernen Porsche vorfuhr, mit viel Applaus. © vom Büchel

„Ich besuche zwar öfter Schulen“, berichtet der 38-Jährige, bevor es raus aus dem Regen und rein in die Aula geht. „Aber eine Patenschaft habe ich bisher noch nicht übernommen.“ Doch als er die Anfrage von der Kleyer Schule bekam, sagte er sofort zu. „Das hat weniger als eine Sekunde gedauert.“ Und ein altes Foto hat die Entscheidung erheblich beschleunigt.

Schule schickte Jean Piere ein Foto aus seiner Jugend

„Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ heißt das Zertifikat, um das sich die Hauptschule Kley, an der Jugendliche aus nicht weniger als 60 Herkunftsländern unterrichtet werden, bemüht. Dazu benötigt sie einen Paten. „Unser Kollege Sebastian Goeken hat die Idee gehabt, JP Kraemer zu fragen“, erinnert sich Melanie Froch, stellvertretende Schulleiterin. Und dann stand der Zufall Pate.

JP Kraemer hat deutliche Botschaft für die Jugendlichen der Hauptschule Kley

Mit diesem Plakat begrüßte die Schule ihren Paten. Später überreichte Schulleiter Olaf Lücke JP Kraemer noch ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Wir sind mehr“. © Schuetze

Denn Schulsozialarbeiterin Ulrike Schwarzer kannte JP, ihr Sohn war mit ihm auf der Schule. Also schickte sie einen Brief und ein altes Klassenfoto an Kraemers Manager. „Wir kriegen ja viel Post“, berichtet Kraemer, der eine deutsche Mutter und einen Vater aus Barbados hat, den Schülern. „Aber als ich das Foto von mir sah, konnte ich das erst gar nicht glauben.“

„Euch sieht man an, dass ihr mich wirklich kennenlernen wollt.“

Kraemer, der selbst in Dortmund zur Schule ging, sagte spontan zu und erklärte den Jugendlichen auch gleich, warum er sich gern mit ihnen getroffen hat. „Seit mich viele Leute aus dem Fernsehen kennen, werde ich oft angesprochen.

JP Kraemer hat deutliche Botschaft für die Jugendlichen der Hauptschule Kley

Olaf Lücke (M.) mit seiner Stellvertreterin Melanie Froch (2.v.r.) und JP Kraemer bei der Fragestunde in der Aula der Hauptschule. © Stephan Schuetze

Die Leute haben Auto-Fragen oder wollen ein Foto. Danach sind sie sofort weg. Euch sieht man an, dass ihr mich wirklich kennenlernen wollt“, sagt Kraemer und stellt gleich noch selbst eine Frage. „Wer kennt mich von den PS-Profis?“ Viele Hände gehen nach oben. Und wer von Youtube? Beinahe alle Hände der Schüler gehen hoch.

„Schaut euch lieber selbst um und weniger in eure Handys“

„Schaut euch lieber selbst um und weniger in eure Handys“, rät der PS-Profi. „Macht euch selbst euer Bild und lasst euch nicht manipulieren, von dem was ihr da seht. Überlegt lieber selbst, was ihr gut könnt und macht das, anstatt Youtube-Stars nachzueifern.“ Eine Botschaft mit Wirkung, die die Jugendlichen von einem Mann, der ständig in den Medien unterwegs ist, nicht erwartet hätten.

JP Kraemer hat deutliche Botschaft für die Jugendlichen der Hauptschule Kley

Schulleiter Olaf Lücke (hinten l.) begrüßte den PS-Profi auf dem Schulhof. © vom Büchel

Kraemer, der an diesem Vormittag viele Fragen beantwortet, zum Beispiel die, wie viele Autos er schon getunet hat (ca. 5000), oder wann seine Karriere begann, verblüfft die Jugendlichen mehr als einmal mit seinen Antworten. „Meine Karriere begann genau so wie eure: mit der Schulzeit. Und die müsst ihr nutzen. Lernt, auch wenn das manchmal hart ist, aber es lohnt sich für die Zeit danach.“ Schulleiter Olaf Lücke, der die Fragestunde leitete, versprach Kraemer, die Schule weiter als Pate zu unterstützen. „Außerdem werde ich für Schulpatenschaften werben. Denn das ist eine richtig gute Sache.“

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