Die Angeklagte weinte bei der Urteilsverkündung. © Martin von Braunschweig
Schwurgericht

Junge Mutter tötet ihren Lebensgefährten – das Kind muss es mit ansehen

Unter Tränen ist eine 35-jährige Frau vom Schwurgericht nun verurteilt worden. Sie hatte im März 2020 in Wickede ihren Lebensgefährten erstochen.

Weil sie ihren Lebensgefährten getötet hat, ist eine 35-Jährige nun vom Schwurgericht zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Da die Angeklagte zur Tatzeit mehr als 2,7 Promille Alkohol im Blut hatte und außerdem unter dem Einfluss von Kokain stand, billigten die Richter ihr eine verminderte Schuldfähigkeit zu. Nur deshalb fiel die Strafe nicht höher als die verhängten sechs Jahre Haft aus.

Dass die Frau ihren Lebensgefährten jedoch in einem Gerangel versehentlich erstochen haben könnte, glaubten die Richter nicht. Die Spurenlage deutet vielmehr darauf hin, dass der Mann im Bett lag, als ihn der tödliche Stich ins Herz traf.

Der Sohn der 35-Jährigen hatte die Bluttat mit angesehen und sofort erst den Notarzt und dann seinen Großvater gerufen. Die Rettungskräfte konnten jedoch nichts mehr für das Opfer tun.

Die Bluttat markiert den traurigen Tiefpunkt einer von Anfang an durch Streit und Auseinandersetzungen geprägten Beziehung. Spätestens nachdem ein gemeinsames Kind im Sommer 2019 unmittelbar nach der Geburt gestorben war, hatten sich die Frau und der Mann immer wieder gestritten.

Die Anwälte der Hinterbliebenen halten es für nicht belegt, dass der Mann häufiger handgreiflich geworden sein soll. Genau das hatte jedoch die 35-Jährige berichtet. Darüber hinaus zeugen auch zahlreiche Blutergüsse an ihrem Körper von zahlreichen älteren gewalttätigen Auseinandersetzungen.

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