Justizbeamter stahl Notebook - 1600 Euro Geldstrafe

Landgericht

DORTMUND Ausgerechnet ein Justizoberinspektor der Generalstaatsanwaltschaft Hamm ist am Montag (30.11.) zu 1600 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Der 40-jährige Dortmunder hatte ein beschlagnahmtes Notebook gestohlen.

30.11.2009, 18:09 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Notebook war nach einer Fahndung beschlagnahmt und sichergestellt worden. Dass der Beamte das Gerät aus der Asservatenkammer geholt hat, fiel erst auf, als die Dortmunder Staatsanwaltschaft das Gerät anforderte. Zunächst versuchte der 40-Jährige noch den Diebstahl zu verschleiern. Als eine Wohnungsdurchsuchung anstand, gab er jedoch alles zu.

Sein Mandant sei damals in einem Ausnahmezustand gewesen - beruflich und privat, so die Verteidigung. „Die Tat war eine Augenblickssituation“, betonte auch der Angeklagte. Er wisse, dass er bestraft werden müsse. „Aber die Kirche muss im Dorf bleiben." Schlussendlich verhängte die Berufungskammer tatsächlich eine mildere Strafe. Die Richter stuften die Tat als einfachen Diebstahl ein.

An der Höhe der Geldstrafe rüttelte die Kammer allerdings nur wenig. Der Angeklagte müsse eine fühlbare Strafe bekommen. Er sei Amtsträger im öffentlichen Dienst, so Richter Meinhard Northoff und wies am Ende auf den Ansehensverlust der Staatsanwaltschaft hin. Der Angeklagte muss nun mit weiteren Disziplinarmaßnahmen rechnen. Unter anderem wird wohl geprüft, ob der Dortmunder aus dem Beamtenverhältnis entfernt werden muss.

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