Kabel-Bande klaute vier Tonnen Kupfer von Union-Gelände

Prozessauftakt

Tatort unter Tage: Rund ein Jahr nach einer Serie von Kupferdiebstählen auf dem Union-Werksgelände muss sich seit Dienstag ein mutmaßlicher Kabeldieb vor dem Landgericht verantworten. Der 43-Jährige soll rund vier Tonnen Kupferkabel aus unterirdischen Stromschächten gestohlen haben.

DORTMUND

09.09.2014, 14:27 Uhr / Lesedauer: 1 min

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Die Werksleitung einer Stahlfirma war erstmals im Sommer 2013 nach dem Fund von abgeschälten Resten von Kabelisolierungen misstrauisch geworden und hatte in einem Verteilerraum zwei Infrarot-Kameras installiert. Mit Erfolg: Offenbar übertrugen die Kameras zwar keine Live-Szenen, sie fertigten aber bei jeder Bewegung heimlich Bilder an. Auf den so gewonnenen Fotoaufnahmen waren mehrere Täter zu erkennen, die immer wieder unterarmdicke (inaktive) 5000-Volt-Kabelstränge aus den Schächten ziehen, die Gummi-Isolierung abschälen und die Kupferkabel anschließend abtransportieren. Trotz zweier Zugriffsversuche gelang es der Polizei aber nicht, die Kabel-Bande auf frischer Tat zu erwischen.

Die Staatsanwaltschaft stützt sich in der Anklage unter anderem auf in dem unterirdischen "Schälraum" (an Zigaretten, Flaschen und Kabelresten) gewonnene DNA-Spuren von dem Angeklagten. Der 43-Jährige soll bereits 2012 in Dortmund mit gestohlenen Kupferkabeln in einem Pkw erwischt worden sein. Außerdem sind in der Anklageschrift zeitnah zu den jeweiligen Tatnächten liegende Kabel-Verkäufe des Angeklagten an eine Bottroper Metallfirma aufgelistet.  Zum Prozessauftakt machte der Familienvater auf Anraten seiner Verteidigerin Iris Grohmann (Münster) von seinem Schweigerecht Gebrauch. Der 43-Jährige sitzt bereits seit mehreren Monaten in U-Haft.

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