Kabelklau hilft Brückenbau

DORTMUND Seit fast genau einem Jahr ist die Brücke Franziusstraße zwischen Hafen und Huckarde dicht. Gesperrt wegen verformter Träger. Doch die Zeichen stehen gut, dass das 104 Jahre alte Bauwerk bald saniert und die Straße wieder geöffnet werden kann.

von Oliver Volmerich

, 12.07.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kabelklau hilft Brückenbau

Im September soll die Sanierung der Brücke beginnen.

Unfreiwillige Hilfe haben dabei pikanterweise unbekannte Kupfer-Diebe geleistet, die Ende Mai den Großteil der Oberleitung der stillgelegten Güterbahnstrecke unterhalb der Brücke mitgehen ließen. Denn die Diskussion um deren Verlegung und die damit verbundenen Kosten hatte zuletzt eine Einigung zwischen Bahn und Stadt über die Brückenerneuerung erschwert.

Auf bis zu 1,2 Mio. Euro hatte die Bahn die Kosten dafür beziffert, die die Stadt als Baulastträger übernehmen sollte. Ein Betrag, der durch Umplanungen und neue Angebote zuletzt auf wenige tausend Euro gedrückt werden konnte. Jetzt kann man sich das Geld ganz sparen - weil die Oberleitung weg ist.

Die vertragliche Vereinbarung mit der Bahn zur Brückensanierung ist inzwischen perfekt. Seit Ende Juni läuft die Ausschreibung der Arbeiten. Es müssten zwei neue Stützen für die beiden Hauptträger gebaut, die verformten Querträger und ein Fahrbahnübergang erneuert werden, zählt Rüdiger Schneider, Brückenbau-Experte im städtischen Tiefbauamt, auf. Dazu kommen die Entfernung von Rostschäden und ein neuer Korrosionsschutz. Auf 200 000 Euro wurden die Kosten für die Sanierung beziffert, für die es im März - noch vor der Einigung mit der Bahn - bereits grünes Licht von der zuständigen Bezirksvertretung gab.

Anfang September könnten die Arbeiten an der Brücke beginnen, die etwa drei Monate dauern werden. "Wenn das Wetter mitspielt, wollen wir im Laufe des Jahres fertig werden", erklärt Schneider. Mindestens 10 bis 15 Jahre soll die Brücke dann halten. Bevor sie möglicherweise überflüssig wird. Denn die Stadtplaner arbeiten schon an einer Umgestaltung des brachliegenden Bahn-Areals inklusive einer neuen Verkehrsführung zwischen Hafen und Huckarde.

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