Kaiserbier frei Haus: Brauerei will gut durch die Corona-Krise kommen

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Wenn der Kunde nicht zum Bier kommt, muss das Bier eben zum Kunden kommen. In Corona-Zeiten packen die Geschäftsführer der Kaiserbrauerei die Bierkisten persönlich ins Auto und liefern aus.

Brünninghausen

, 01.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gut eine Woche gibt es das Angebot jetzt. Wer nicht auf sein Kaiserbier verzichten will, der kann sich bei den beiden Geschäftsführern des kleinen Unternehmens melden und sich das Bier nach Hause liefen lassen.

Per Mail (info@kaiserbrauerei-dortmund.com) oder über Facebook einfach die Bestellung bei der Kaiserbrauerei aufgeben – und schon wird die Kiste geliefert. Mindestabnahmemenge ist dabei eine Kiste, also 24 Flaschen à 0,33 Liter. Die Kiste kostet 39,60 Euro zuzüglich Pfand.

Dabei ist die Kaiser-Brauerei laut Ingo Hertelt im Übrigen die einzige Brauerei, die ihr Bier direkt nach Hause zum Endkunden liefert.

Eine alte Aufnahme aus der Kaiserbrauerei, die damals noch ihren Sitz in Brünninghausen hatte.

Eine alte Aufnahme aus der Kaiserbrauerei, die ihren Sitz damals noch in Brünninghausen hatte © Privat

Der Grund für diesen neuen Lieferservice liegt auf der Hand. Durch die Corona-Krise und die darauffolgende Schließung aller Gaststätten brachen den beiden Brüdern wichtige Einnahmequellen weg.

Kleine Feste fallen weg

Dazu kommen jetzt auch noch die Absagen zahlreicher kleinerer Feste, wie zum Beispiel Hoffeste, bei denen das Bier aus Brünninghausen in normalen Zeiten ein gern gesehener Gast ist.

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Das Bier ist ein echtes Export-Bier. So wie es früher fast überall in Dortmund gebraut wurde. In Brünninghausen wurde der Gerstensaft von 1819 bis ins Jahr 1924 gebraut. Dann verschwand das Kaiserbier mitsamt der Brauerei von der Bildfläche.

Erst als die Brüder Hertelt sich auf die Familiengeschichte besonnen haben, kam das Bier 2019 wieder zu Ehren. Gebraut wird jetzt nicht mehr in Dortmund, sondern im Münsterland. Aber nach alter Dortmunder Rezeptur.

Aufstrebendes Unternehmen

Für ein kleines aufstrebendes Unternehmen, das sich gerade einmal ein Jahr am Markt behaupten musste, ist der momentane Krisen-Zustand ein herber Schlag. Also kam die Idee auf, einen Lieferservice für ihr ganz besonderes Bier anzubieten. „Seit letzte Woche läuft der Bringdienst jetzt“, sagt Ingo Hertelt. „Das Ganze haben wir relativ schnell umgesetzt, die Nachfrage war da.“

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Eigentlich gibt es das spezielle Bier aus dem Stadtbezirk Hombruch nur in einigen Supermärkten und Getränkemärkten im Dortmunder Süden und eben in Gaststätten.

Dabei ist der Lieferservice nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr, als das Bier gerade wieder auf dem Markt war, fuhren Folker und Ingo Hertelt durch die Gegend, um ihren Gerstensaft zu den Interessenten zu bringen.

20 Hektoliter im Monat

Die Brauerei wuchs schnell, was die Braumenge angeht. Von einigen Flaschen im Monat ist die Menge auf 20 Hektoliter gestiegen. Die Corona-Krise kam für das Unternehmen, wie für alle, zur Unzeit.

Eigentlich, so der Plan, sollte es in diesem Jahr auch schon Kaiserbier vom Fass geben. „Es gab auch schon zahlreiche Gespräche mit Interessenten“, sagt Folker Hertelt – doch dann kam das Coronavirus.

Fässer schon gekauft

„Die Fässer haben wir schon gekauft“, sagt Ingo Hertelt. Nur befüllt werden sollen sie jetzt noch nicht. „Das müssen wir jetzt erst einmal zurückstellen.“ Auch auf welchen Festen oder auch Messen das Kaiserbier wieder auftauchen wird, ist noch nicht klar. „Wir können noch gar nicht weiter planen“, so Ingo Hertelt.

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