Kampf gegen Raser: Der Ostwall in Dortmund ist nur noch einspurig

Verkehr

Die Straßen sind wegen des Kontaktverbots leer, das nutzen Raser vor allem abends auf dem Dortmunder Wall aus. Jetzt gibt es eine drastische Maßnahme, um Anwohner zu schützen.

Dortmund

, 30.03.2020, 15:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Betonelemente sorgen für eine dauerhafte Absperrung von Fahrspuren auf dem Ostwall.

Betonelemente sorgen für eine dauerhafte Absperrung von Fahrspuren auf dem Ostwall. © Tiefbauamt Stadt Dortmund

Die Polizei und die Stadt Dortmund haben eine einschneidende Maßnahme im Kampf gegen die Raser- und Tuningszene in der Innenstadt beschlossen. Seit Montag (30.3.) wird die Fahrbahn des Ostwalls durch den Einsatz von Betonelementen auf nur eine Spur verengt.

Das passiert bis auf unbestimmte Zeit. „Denn offenbar haben die Raser den deutlich verminderten Verkehr auf dem Wall aufgrund der Corona-Lage als Einladung aufgefasst“, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung.

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Kurz hinter der Einmündung zur Löwenstraße steht auf einer Länge von rund 250 Metern nur noch der linke Fahrstreifen der äußeren Fahrbahn (in Richtung Hauptbahnhof) zur Verfügung. Die Zufahrt zur Nebenfahrbahn und den dortigen Parkplätzen ist weiterhin möglich.

Polizei und Stadtverwaltung haben sich nach einer erneuten Beschwerdewelle von Anwohnern des Ostwalls auf diese Maßnahme geeinigt. Allein am Wochenende 14./15. März hatten sich laut der Polizei in den Abendstunden teils bis zu 150 Autos auf dem Wall versammelt, die zum größten Teil der Szene zuzuordnen gewesen seien.

Zahlreiche Anwohner haben sich beschwert

Auch bei den Kontrollen am vergangenen Wochenende fielen zahlreiche hochmotorisierte Autos im Wall-Bereich auf. Zahlreiche Anwohner hätten sich gemeldet, die sich durch den Lärm belästigt fühlen.

Auf einer Strecke von etwa 250 Metern ist der Ostwall verengt.

Auf einer Strecke von etwa 250 Metern ist der Ostwall verengt. © Tiefbauamt Stadt Dortmund

„Es scheint, als würden manche Menschen selbst in diesen schwierigen Zeiten nicht verstehen, worum es geht“, sagt der Leiter der Direktion Verkehr bei der Polizei, Ralf Ziegler. „Weil andere Treffpunkte wie Bars und Clubs entfallen, treffen sie sich mit ihren Autos in der Dortmunder Innenstadt. Und das ohne jegliche Rücksicht darauf, dass ein Kontaktverbot gilt und dass die Anwohnerinnen und Anwohner gerade jetzt ein Anrecht auf Ruhe haben“, so Ziegler.

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Baudezernent Arnulf Rybicki betont: „Die Stadt unterstützt die Bitte der Polizei und sorgt für die entsprechende Verengung der Fahrspuren am Ostwall. Wenn die Raserszene glaubt, freie Bahn zu haben aufgrund des reduzierten Verkehrsaufkommens durch das Coronavirus, dann haben sie sich getäuscht.“

Keine Bestrafung für andere Fahrer durch Staus

Er hat aber auch mögliche Bedenken anderer Verkehrsteilnehmer im Blick: „Gleichzeitig möchten wir aber auch nicht die Autofahrer, die sich an die Regeln halten, mit neuen Staus bestrafen. Deswegen werden wir die Verkehrssituation am Ostwall genau beobachten und gegebenenfalls noch einmal anpassen.“ Die Polizei kündigt zudem weitere Kontrollen an, um die Lage zu beobachten.

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