Kanalbauarbeiten: Wichtige Verbindungsstraße ist für fünf Monate dicht

rnStadtgrenze

Die Nierhaus-/Oststraße an der Stadtgrenze zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel ist gesperrt. Hintergrund ist nicht die Entwicklung des Knepper-Geländes, sondern ein anderes Großprojekt.

Oestrich, Deininghausen

, 17.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit gut zwei Wochen ist die Nierhaus- und ein Teil der Oststraße zwischen dem Deininghauser Weg und der Kreuzung Bahnbrücke/Auf dem Brauck gesperrt. Damit steht Autofahrern eine wichtige Straßenverbindung zwischen Dingen/Deininghausen und Mengede/Oestrich für Monate nicht zur Verfügung.

Laut baustellen.dortmund.de soll die Sperrung bis zum 30. September andauern. Grund sind Kanalbauarbeiten. Wie die Stadt Dortmund jetzt auf Anfrage mitteilt, baut die Stadtentwässerung einen Kanal, der an das neue Emscher-Abwasserkanal-System angeschlossen wird. Derzeit ist zwar die Straße gesperrt, der Baubeginn erfolgt aber erst in drei Wochen, erfuhr diese Redaktion.

Kanal führt unter Bahnstrecke her

„Die Maßnahme dient dem Gewässerschutz des Heimanngrabens und dessen naturnaher Entwicklung“, schreibt Stadtsprecher Christian Schön. Der neue Kanal werde unter anderem im Vortrieb unter der Bahnstrecke erstellt. 530 Meter ist er lang. Auf 150 Metern liegt er unter der Nierhausstraße.

Von der Kreuzung Deininghauser Weg an ist die Oststraße in Castrop-Rauxel gesperrt.

Von der Kreuzung Deininghauser Weg an ist die Oststraße in Castrop-Rauxel gesperrt. © Uwe von Schirp

Vor gar nicht allzu langer Zeit hat Straßen.NRW die Landesstraße komplett saniert. „Die aktuelle Kanalbaumaßnahme war mit Strassen NRW abgestimmt und ist/war dort bekannt“, erklärt Christian Schön. Dennoch habe der Landesbetrieb die Sanierung damals aus betrieblichen Gründen durchgeführt.

Jetzt lesen

Der Stadtsprecher unterstreicht, dass die Arbeiten nicht mit der Entwicklung des Knepper-Geländes zu tun haben. Das hatten Oestricher und Deininghauser gegenüber dieser Redaktion gemutmaßt.

Mitt 2023 beginnt die Renaturierung des Heimanngrabens. Unter anderem entfernt die Emschergenossenschaft die Betonsohle des heutigen Abwasser-Baches.

Mitt 2023 beginnt die Renaturierung des Heimanngrabens. Unter anderem entfernt die Emschergenossenschaft die Betonsohle des heutigen Abwasser-Baches. © Uwe von Schirp

Vielmehr ist der Kanalbau ein weiterer Mosaikstein im Jahrhundertprojekt „Emscher-Umbau“. Der Heimanngraben sei ein normaler linksseitiger Zulauf der Emscher, erklärt Ilias Abwai, Sprecher der Emschergenossenschaft (EG). Der Graben fließt in das Hochwasser-Rückhaltebecken Mengede.

Renaturierung des Heimanngrabens beginnt 2023

Wie entlang aller Emscher-Zuläufe hat die EG auch am Heimanngraben einen Abwasserkanal gebaut. Der sei schon betriebsbereit und soll Ende des Jahres an den Abwasserkanal Emscher angeschlossen werden. Bislang bis zum Heimanngraben und fortan bis zu dessen Kanal ist die Stadtentwässerung Dortmund für das Abwasser der Haushalte zuständig. Daher wurde die neue Druckrohrleitung notwendig.

Bis 2024 verschwinden die Dämme im Hochwasser-Rückhaltebecken an der Stadtgrenze zwischen Mengede und Ickern. Im weiten Tal erhält die Emscher ein neues Bett.

Bis 2024 verschwinden die Dämme im Hochwasser-Rückhaltebecken an der Stadtgrenze zwischen Mengede und Ickern. Im weiten Tal erhält die Emscher ein neues Bett. © Uwe von Schirp

Ab Mitte 2023 soll der Heimanngraben dann renaturiert werden. Die Fertigstellung ist für 2024 geplant – zusammen mit dem Ausbau-Ende des Hochwasser-Rückhaltebeckens. Das besteht derzeit noch aus vier Einzelbecken. Sie werden ab Mitte 2022 zu einem großen Becken zusammengeführt.

Jetzt lesen

Die Emscher erhält dann einen mäandrierenden neuen Lauf. Dass es zwei Jahre dauert, habe einen einfachen Grund, erklärt Ilias Abawi: „Wir warten mit dem Bau bis die Emscher komplett abwasserfrei ist. Das ist für Ende 2021 geplant.“

Lesen Sie jetzt