Kanzlerin in Konferenz mit Ullrich Sierau: Gibt’s bald neue Beschränkungen?

Corona in Dortmund

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit Ullrich Sierau und anderen Stadtoberhäuptern über die aktuelle Corona-Lage gesprochen. Mögliche Maßnahmen, die auch Dortmund betreffen können, waren Thema.

Dortmund

, 09.10.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach der Videokonferenz mit den Stadtoberhäuptern, darunter Oberbürgermeister Ullrich Sierau, kam Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Pressekonferenz.

Nach der Videokonferenz mit den Stadtoberhäuptern, darunter Oberbürgermeister Ullrich Sierau, kam Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Pressekonferenz. © picture alliance/dpa

In Deutschlands Großstädten steigen die Corona-Zahlen zurzeit besonders. Anlässlich der steigenden Zahlen fand am Freitag (9.10.) eine Videokonferenz zwischen Angela Merkel und den Oberbürgermeistern von Berlin, Hamburg, Bremen, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig und Stuttgart statt.

In der Videokonferenz verständigte man sich auf neue, weitergehende Beschränkungen, falls die Infektionszahlen nicht bald sinken. Diese könnten auch Dortmund betreffen, am Freitag liegt der Inzidenz-Wert liegt in Dortmund laut RKI bei 31,4.

Dortmunds OB Ullrich Sierau begrüße die Gelegenheit zum Austausch und die Verabredung der Beteiligten, sich in dieser Runde in 14 Tagen erneut auf den neuesten Stand zu bringen, teilte die Stadt am Freitagabend mit.

Sierau: Dortmund steht trotz aktuell hoher Inzidenz gut da

Der OB führt demnach aus, dass am Freitag zwar ein für Dortmund hoher Inzidenzwert zu vermelden ist, die Stadt im Vergleich zu anderen Großstädten aber verhältnismäßig gut dasteht.

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„Das Gesundheitsamt und das Ordnungsamt machen seit Monaten eine sehr gute Arbeit“, lobt der OB. „Und auch viele Veranstalter sind ihrer Verantwortung gerecht geworden. Gleichwohl gibt es noch viel zu tun, um Veranstalter für verantwortungsvolle Formate mit entsprechenden Hygienekonzepten zu gewinnen.“

Insbesondere die jugendliche Partyszene und Teilnehmer anderer privater Feiern seien generell gefordert, sich verantwortungsvoll zu verhalten.

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Nachdem er schon häufiger Kritik am Krisen-Management des Landes geäußert hatte, plädierte Sierau dafür, dass Bund, Länder und Kommunen sich als eine Verantwortungsgemeinschaft beweisen müssten, die auch gelebt werde etwa im organisatorischen Bereich (Krisenstäbe) wie auch im finanziellen Bereich.

Nur mit Krisenstäben auf Landes- und Bundesebene erreiche man das notwendige einheitliche Lagebild, das Voraussetzung für ein abgestimmtes Handeln ist, heißt es seitens des OB.

Bundeswehr in Corona-Hotspots

Inhalt der großen Runde waren auch mögliche neue Maßnahmen: Die Bundeswehr und das Robert Koch-Institut sollen in Zukunft Experten in Corona-Hotspots schicken. Das gilt, wenn in sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert werden.

Sollte der Inzidenz-Wert auf 50 Infektionen steigen, sollen die Städte umfangreichere Beschränkungen einführen. Das beinhaltet auch eine Ausweitung der Mund-Nasenschutz-Pflicht im öffentlichen Raum, wenn der nötige Abstand dort nicht eingehalten werden kann.

Auch Sperrstunden und Alkoholbeschränkungen für Gastronomiebetriebe sowie weitergehende Beschränkungen der Teilnehmerzahlen von Veranstaltungen und privater Feiern werden als mögliche Maßnahmen genannt.

BVB als gutes Beispiel: Sierau spricht sich für Großveranstaltungen aus

Sierau unterdessen spricht sich dafür aus, Großereignisse mit professioneller Organisation und Durchführung durchaus zuzulassen, weil sie sich in Dortmund nicht als Infektionsherde erwiesen haben. Anzuführen seien in diesem Zusammenhang Veranstaltungsbeispiele wie Bundesligaspiele der BVB-Handball-Damen oder der BVB-Fußball-Herren, Fundomio oder auch Ruhrhochdeutsch.

Der Kampf gegen die Pandemie brauche zudem rechtssichere Möglichkeiten, die Verlagerung von Feiern aus Risikogebieten oder mit Gästen aus Risikogebieten zu verhindern. Zudem seien im Bund einheitliche Regelungen und strengere Kontrollen von Reiserückkehrern zu entwickeln, heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Mit Blick auf die Zukunft sagt Sierau: „Wir nähern uns dem Zeitpunkt, an dem mit Impfungen begonnen werden muss. Bei den Vorbereitungen ist eine gute Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Kommunen notwendig.“

Mit Material von dpa.

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