Karfreitagsgedenken ohne Öffentlichkeit, aber mit Zeichen des Respekts

Coronavirus

Mit einer großen Veranstaltung in der Bittermark gedenken die Dortmunder der Opfer des Nazi-Regimes. Wegen des Kontaktverbots war dies nicht vor Ort möglich, aber es gab eine wichtige Geste.

10.04.2020, 17:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Dr. Stefan Mühlhofer, Vorsitzender der Regionalen Arbeitsgemeinschaft „Gegen das Vergessen – Für Demokratie e.V.“, erinnerten in der Dortmunder Bittermark an die Opfer des Nationalsozialismus.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Dr. Stefan Mühlhofer, Vorsitzender der Regionalen Arbeitsgemeinschaft „Gegen das Vergessen – Für Demokratie e.V.“, erinnerten in der Dortmunder Bittermark an die Opfer des Nationalsozialismus. © Roland Gorecki

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat am Mahnmal in der Bittermark einen Kranz niedergelegt. Damit sollte jener Menschen gedacht werden, die noch in den letzten Wochen und Tagen vor Ende des Zweiten Weltkriegs dem nationalsozialistischen Terror in der Bittermark, im Rombergpark und in Hörde zum Opfer gefallen sind. Begleitet wurde der Oberbürgermeister von Dr. Stefan Mühlhofer, Direktor des Stadtarchivs und in seiner Funktion als Vorsitzender der Regionalen Arbeitsgemeinschaft „Gegen das Vergessen – Für Demokratie e.V.“ ein Bindeglied zur Zivilgesellschaft.

Öffentliche Veranstaltung nicht möglich

Vor der Hintergrund der Corona-Situation war in diesem Jahr eine öffentliche Veranstaltung nicht möglich. „Trotzdem wollen wir auch an diesem Karfreitag innehalten, um an jene Menschen zu erinnern, die im Jahr 1945 kurz vor Kriegsende ermordeten wurden“, so OB Ullrich Sierau. Über 300 Frauen und Männer – Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Widerstandskämpfer – Menschen aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Polen, dem ehemaligen Jugoslawien, der damaligen Sowjetunion und Deutschland wurden auf grausame Weise umgebracht. „Diese Verbrechen und den sinnlosen Tod dieser Menschen können wir nicht ungeschehen machen“, so Sierau. „Aber wir müssen die Verantwortung dafür übernehmen, dass sie nicht vergessen werden und sich diese Verbrechen nicht wiederholen. Auch in den schwierigen aktuellen Zeiten wollen wir die Erinnerung wachhalten. Sie ist ein Zeichen unseres Respekts gegenüber den Ermordeten und ihren Hinterbliebenen.“

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