Karnevalsprinz stirbt nach Mandel-OP: Witwe klagt

Vergleichsvorschlag abgelehnt

Der tragische Tod des früheren Dortmunder Karnevalsprinzen Michael Mieleszko ist seit Donnerstag ein Fall für das Landgericht. Die Witwe des im Sommer 2014 nach einer Mandel-OP verstorbenen Mannes glaubt an einen Fehler im Operationssaal des St. Johannes-Hospitals. Und damit steht sie nicht alleine da.

DORTMUND

16.02.2017, 16:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zur Vorgeschichte: Im Juni 2014 ließ sich Mieleszko bei einem Routine-Eingriff die Mandeln entfernen. Er wurde nach Hause entlassen, musste sich nach einer Woche allerdings doch wieder mit Nachblutungen vorstellen. In dieser Nacht entschieden sich die Ärzte zu einer erneuten Operation. Aus der Narkose sollte der 48-Jährige nie wieder erwachen. 

Beim Legen auf den OP-Tisch muss ein großer Pfropfen geronnenes Blut in die Luftröhre Mieleszkos gerutscht sein. Als die Narkoseärztin den Beatmungsschlauch eingeführt hatte, war es ihr jedenfalls nicht möglich, Luft in den Körper zu pumpen. Sie zog den Schlauch heraus und versuchte es erneut. Das Ergebnis war dasselbe. 

Der vom Gericht beauftragte Sachverständige Prof. Ulrich Hörnchen aus Düsseldorf bemängelt, dass die Ärztin nicht schon an dieser Stelle daran gedacht hat, dass die Luftröhre verschlossen sein muss. „Wenn ich den Beatmungsbeutel nicht zusammenpressen kann, kann es doch keinen anderen denkbaren Grund geben“, so Hörnchen.

Schnitt in die Luftröhre

Zusammen mit einem eilig hinzu gerufenen Kollegen versuchte es die Ärztin aber tatsächlich noch ein drittes Mal. Erst danach entschied man sich zum Schnitt in die Luftröhre, der den Blutpfropfen schließlich sichtbar machte. Zu diesem Zeitpunkt war das Gehirn des Patienten jedoch schon so sehr geschädigt worden, dass Michael Mieleszko zwei Wochen später verstarb.

Das Gericht schlug beiden Seiten am Donnerstag vor, das Verfahren mit einer Zahlung von 30.000 Euro zu beenden. Während Ärztin und Klinik dem zugestimmt hätten, will Witwe Barbara Mieleszko mehr. Ein Urteil ergeht frühestens im März.

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