Karnevalsvereine trotzen der Absage: „Die Lust verlieren wir nicht“

rnKarneval fällt aus

Es ist beschlossene Sache - der Karneval in Dortmund 2021 wird nicht stattfinden. Was denken die Dortmunder Karnevalsvereine über die Absage? Wir haben einige Stimmen eingefangen.

von Franka Doliner

Dortmund

, 20.08.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Dortmunder Karnevalisten ist es jetzt traurige Gewissheit. Im kommenden Jahr müssen sie auf die Veranstaltungen verzichten, in die sie sonst Monate oder sogar Jahre an Planung investieren.

Dortmund wird in der Karnevalssession 2020/ 2021 ohne das bunte Treiben auskommen müssen. Für die Vereine eine Entscheidung, die notwendig war, die aber auch schweren Herzens getroffen wurde.

Entscheidung war absehbar

„Es war eine schwere Entscheidung, die wir getroffen haben. Aber die richtige“, sagt Reiner Lahme bestimmt. Er ist Vorsitzender und Präsident der Karnevalsgesellschaft „Kiek es drin“. 1888 gegründet, einer der ältesten Vereine in Dortmund. „Wir haben schon vorher entschieden nicht am Straßenkarneval teilzunehmen“, berichtet der Vorsitzende.

„Für uns als Verein und für unsere Mitglieder ist es eine schwere Zeit“, meint Lahme. Nicht nur, weil das Training ausschließlich unter besonderen Bedingungen stattfinden konnte, sondern auch aus finanziellen Gründen.

Der Ausfall der Karnevalsveranstaltungen bedeutet für die Vereine, dass kein Geld in die Vereinskasse gespült wird. Kein Wunder also, dass viele von ihnen Anträge zur finanziellen Unterstützung gestellt haben.

Dortmunder Vereine sind sich einig

Trotzdem hält Lahme die Entscheidung des Dortmunder Festausschusses für die einzig richtige: „Lieber so, als dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet.“ Ähnlich sieht das Andreas Winkelmann, Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft Rot-Gold Dortmund-Wickede: „Das Risiko ist uns zu hoch.“ Nicht zuletzt, weil viele der Vereinsmitglieder aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehören.

Genau wie die Karnevalsgesellschaft „Kiek es drin“ hatte sich auch Rot-Gold Dortmund-Wickede schon im Vorfeld der Entscheidung dazu entschieden, Veranstaltungen abzusagen. „Das hätte für uns keinen Sinn gemacht“, sagt Winkelmann, „wir planen schon bis zu zwei Jahre im Voraus“.

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Sorge um Mitglieder

Barbara Schröder-Panick ist erste Vorsitzende und Präsidentin der Karnevalsgesellschaft KG Blau-Rot Dortmund-Mengede, auch sie hat dieser Entscheidung mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegengesehen. „Wir sind zwiegespalten bei der ganzen Nummer“, meint Schröder-Panick, „zum Glück haben wir keine größeren Ausgaben, sodass wir hoffentlich mit einem Status quo aus der Sache herauskommen“.

Sorge hat sie im Hinblick auf den Karnevalisten-Nachwuchs: „Es ist nicht so einfach, die Kleinen bei Laune zu halten, wenn jetzt viele aufhören, wäre das wirklich schade“.

Bei einem sind sich alle einig: Der Karneval 2022 wird bestimmt umso schöner. „Die Lust verlieren wir nicht, dafür machen wir das schon zu lange“, ist sich Schröder-Panick sicher.

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