Karstadt Sports bleibt vorerst in Dortmund - es gab auch andere Optionen

rnKaufhaus-Rettung

Das Karstadt-Sporthaus in Dortmund bleibt die nächsten Jahre geöffnet. Die Verhandlungen hingen lange am seidenen Faden – Galeria spielte auch andere Optionen fürs Sportsortiment durch.

Dortmund

, 24.09.2020, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach monatelangen Verhandlungen kam die erlösende Nachricht gleich doppelt: Erst kündigte Karstadt-Chef Miguel Müllenbach per Mail den derzeit 48 Beschäftigten den Erhalt des Sporthauses in Dortmund an. Zur nachmaligen Bestätigung sandte Thomas Wanke, Chef von Karstadt Sports, eine weitere Mail hinterher.

„Natürlich freuen wir uns, dass es weitergeht“, sagte Monika Schulz, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende im Dortmunder Sporthaus. Sie fügte aber hinzu, dass die vergangenen Monate von der angekündigten Schließung bis zur Rettung des Hauses „mit den Menschen viel angerichtet haben“. Am Freitagmorgen (25.9.) sollen die Beschäftigten weitere Neuigkeiten erhalten.

"Werden uns anstrengen müssen"

Nach Informationen dieser Redaktion haben sich Galeria und die Eigentümerfamilie der Immobilie auf einen Mietvertrag geeinigt, nach dem das Haus zunächst weitere fünf Jahre geöffnet bleiben soll – bis zum 31. Januar 2026.

Dazu mochte die Betriebsratsvorsitzende Kornelia Selchow-Kersching, die sich in Urlaub befindet, keine Stellungnahme abgeben. Nur so viel: „Wir werden uns die nächsten Jahre anstrengen müssen.“

Natürlich seien die Beschäftigten erleichtert, sagte Selchow-Kersching. Sie gehe davon aus, dass die zum 31. Oktober ausgesprochenen Kündigungen nun zurückgezogen würden. Nach wie vor steht in Rede, dass aus „Karstadt Sports“ bald „Sport Scheck“ werden könnte – entsprechende Überlegungen sollen im Frühjahr 2021 ihren Abschluss finden.

Die Verhandlungen zwischen Galeria und der Eigentümerfamilie der 2002 eröffneten Immobilie glichen einer Berg- und Talfahrt. Dabei hatte Galeria auch die Option erwogen, das Haus zu räumen und das Sportsortiment ins Karstadthaus zu verlegen, wie OB Sierau am Donnerstag (24.9.) bei einem Pressegespräch mit Akteuren der City-Runde erklärte. "Für den Fall wäre das Sporthaus ein potenzielles Zielgebiet für Möbelhandel gewesen.“

Zwei von drei Häusern bleiben

Mit dem Erhalt des Sporthauses und des Karstadt-Haupthauses sind zwei der drei angekündigten Schließungen in Dortmund vom Tisch. Für Kaufhof gibt es keine Rettung mehr. Das Geschäft soll bereits vor Corona zur Debatte gestanden haben – und künftig zu einem neuen Handelsstandort entwickelt werden.

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Karstadt-Betriebsrat Joffrey Kallweit und Verdi-Sekretär Karsten Ruprecht bedankten sich für den Einsatz von OB Sierau und Wirtschaftsförderer Thomas Westphal, die zahlreiche Gespräche hinter den Kulissen geführt hatten.

Während Nachbarstädte nach den Schließungsankündigungen für ihre Galeria-Häuser reflexartig über neue Nutzungen diskutiert hätten, habe der Fokus in Dortmund auf den „Erhalt der Arbeitsplätze gelegen“, so Rupprecht. „Das gibt einem ein gutes Gefühl, ein Dortmunder zu sein“, sagte der Verdi-Sekretär.

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