Meinung

Kein Bargeld im Restaurant? „Kunden haben mehr Macht als sie glauben“

Ein Restaurant am Phoenix-See nimmt kein Bargeld mehr an. Nur Kartenzahlung ist möglich. Das hat eine Debatte in Dortmund ausgelöst. Unser Leser hat dazu auch eine Meinung.
Usermeinungen müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Wir behalten uns das Recht auf Kürzungen vor. © Ohlrich

Gastronomie hat leider nicht zwingend etwas mit Gastfreundschaft zu tun. Spätestens dann nicht, wenn sie unternehmerisches Gewinnstreben behindert. Ein Gastronom ist schließlich auch nur ein Unternehmer, der rechnen können muss.

Allerdings muss ein Unternehmer sich immer fragen, womit er sein Geld verdient. Und er sollte zwingend eins sein: ehrlich. Es ist eine Unsitte, nein eine Unverschämtheit Kunden regelmäßig für dumm verkaufen zu wollen, wenn man ihnen suggeriert, der Wegfall einer Dienstleistung, eines Angebotes sei in ihrem Interesse.

Bargeld ist wissenschaftlich erwiesenermaßen keine uns bedrohende Virenschleuder. Also ist es mehr als peinlich, die Weigerung Bargeld zu akzeptieren genau damit zu begründen. Nein, es ist eine Frechheit. Es reicht doch, dass Politiker aller Parteien es mit der Wahrheit regelmäßig nicht genau nehmen. Das müssen Unternehmen ihnen nicht nachmachen.

Hat der Gastronom auch schon Serviceroboter bestellt? Nun muss ich zugeben, ein Restaurant am Phoenix-See ist für mich so wichtig wie ein in China verloren gegangenes Reiskorn. Ich würde an dieser künstlich angelegten Pfütze nicht einmal freiwillig spazieren gehen, an diesem hässlichen Stolz der Stadt. Aber grundsätzlich gilt: Kunden haben Macht. Sehr viel mehr Macht als sie glauben.

Die Abstimmung mit den Füßen kostet selten mehr als die Überwindung der eigenen Bequemlichkeit. (…)

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