Oberbürgermeister Thomas Westphal hat die Kita an der Akazienstraße besucht, um dort zu sehen, wie die Lolli-Tests funktionieren. © Anja Kador
Meinung

Kein Geld für den Schutz von Kindern: Das ist nicht mehr zu ertragen

Mit der Teststrategie in Dortmunder Kitas sind viele Eltern unzufrieden. Unser Autor findet den Ärger berechtigt. Mit dem Knausern beim Schutz von Kindern muss endlich Schluss sein.

Es gibt Lolli-Tests in Dortmunder Kitas – aber nur dort, wo die Inzidenz bereits besonders hoch ist. Dem Rest bleiben freiwillige Antigen-Schnelltests für zuhause. Sie wissen schon: Die, von denen viele sagen, dass sie nicht so zuverlässig sind wie die PCR-Tests. Und die vor allem für kleine Kinder unpraktikabel sind.

Eltern verschaffen ihrem Ärger Luft, etwa über Elternvertretungen in den Kitas. Die Strategieänderung scheint nicht nachvollziehbar, wenn gleichzeitig die Inzidenz auch bei Kindern im Kita-Alter besorgniserregend steigt. Eine weitere Kritik: Der Gesundheitsschutz in Kindertageseinrichtungen wird wieder auf die Eltern übertragen.

Eltern müssen um jeden Lolli-Test betteln

Was spricht gegen eine konsequente PCR-Test-Strategie in allen Kitas, wie es sie für Schulen schon gibt?

Das Problem sind die erheblichen Kosten für die Tests, die von der Stadt Dortmund und den anderen Kita-Trägern selbst übernommen werden müssten. Dass sie darauf nicht sitzen bleiben möchten, ist zum Teil verständlich.

Aber: Dass es beim Schutz von Kindern immer wieder am Geld scheitert, ist kaum noch zu ertragen. Für die „Entfesselung“ der Wirtschaft oder die Rettung von Unternehmen sind wie aus dem Nichts Milliarden da. Eltern müssen stellvertretend für ihren Nachwuchs um Lolli-Tests und Luftfilter betteln.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth