Kein Platz für den „Umschlagplatz“: Treffpunkt am Dortmunder Hafen startet in letzte Saison

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Die Entwicklung des Dortmunder Hafens geht Schritt für Schritt voran. Eine Cafébetreiberin ist jetzt auf der Suche nach einem neuen Platz. Und zwar, wenn möglich, an der Sonne.

Nordstadt

, 04.03.2020, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pläne für die Neugestaltung des Hafens werden immer konkreter: Der alte Gebäudekomplex an der Speicherstraße 10-20 soll zum „Hafenforum“ umgestaltet werden, einem Treffpunkt für die Nordstadt.

Der Investor, die Landmarken AG aus Aachen, will bis zu 35 Millionen Euro in den Umbau des alten Gebäudekomplexes an der Speicherstraße investieren. Gemeinsam mit dem Dortmunder Architekturbüro Gerber will sie das „Hafenforum“ gestalten.

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Zu denen, die dann weichen müssen, gehören die blauen Container, die zurzeit zum Café Umschlagplatz gehören. Der beliebte Treffpunkt am Hafenbecken wird in diesem Frühjahr die wohl letzte Saison an diesem Standort einläuten. Ende Mai 2020 ist dann vorerst Schluss.

Feierabendbier am Hafenbecken

Inhaberin Milena Rethmann hofft weiterhin, dass es für den Umschlagplatz noch eine Zukunft gibt. Die 34-Jährige betreibt auch das Café „Grüner Salon“ am Nordmarkt. Am Hafen können Dortmunder seit zwei Jahren bei schönem Frühlingswetter ihr Feierabendbierchen am Hafenbecken genießen - rustikal und gemütlich, mit Möbeln aus Europaletten und Kabeltrommeln.

Gemütliche Stunden am Hafenbecken wird es in dieser Saison noch am Umschlagplatz geben.

Gemütliche Stunden am Hafenbecken wird es in dieser Saison noch am Umschlagplatz geben. © Leopold Achilles (A)

Auch kleine Konzerte und Kunstausstellungen gehören zum Programm. „Wir haben 32 Kunstaustellungen, 18 Konzerte und 16 DJ-Veranstaltungen durchgeführt“, zählt sie auf.

Milena Rethmann (l.) und ihre Schwester Jasna Rethmann vor einem der Umschlagplatz-Container.

Milena Rethmann (l.) und ihre Schwester Jasna Rethmann vor einem der Umschlagplatz-Container. © privat

Auch Workshops, eine WM-Übertragung und zwei Hafenspaziergänge mit Kunstmarkt, Domicil-Bühne, Weintasting und weitere Aktionen gefielen den Besuchern. „Außerdem waren wir zwei Mal Austragungsort für das neu gegründete Cargo:JAZZ Festival von Peter H. Köcke“, erinnert sich Milena Rethmann.

„96 Prozent der Flächen sind vergeben.“

Was die Nutzung des Geländes angeht, ist im neuen Konzept einfach kein Platz für den Umschlagplatz: „96 Prozent der Flächen sind bereits vergeben“, erklärt Pascal Frai, Pressesprecher der Dortmunder Hafen AG. „Und bei den vier Prozent, die wir noch haben, verträgt sich auch nicht jeder Standort mit den Wünschen von Frau Rethmann.“

Beim Hafenspaziergang 2019 genossen viele ein Bierchen in der Abendsonne.

Noch stehen die Möbel im Container. In den Fensterscheiben spiegelt sich das Hafenbecken. Bald startet der Umschlagplatz in die letzte Saison. © Martina Niehaus

So hatte die Inhaberin einen Platz unter der Brücke am Sunderweg ausgeschlagen. „Die Fläche im Schatten ist ungeeignet“, erklärt sie. Der Umschlagplatz als Outdoor-Gastro mit dem Angebot „Feierabendbierchen in der Abendsonne“ wäre dort nicht möglich gewesen.

Was den Umschlagplatz betrifft, habe es sich von Beginn an um ein temporäres Konzept gehandelt, betont Pascal Frai. „Wir halten aber weiterhin die Augen offen und schauen, ob sich noch etwas ergibt“, sagt er.

Inhaberin hofft auf Lösung

„Bisher wurde uns signalisiert, der Hafen sei groß genug für die 2 Container und damit das Fortbestehen des Umschlagplatzes“, sagt dagegen Milena Rethmann.

Seit Anfang Februar 2020 stehe allerdings fest, dass dies wohl die letzte Saison für den Umschlagplatz am Hafen sein wird.

Für den Umschlagplatz wird es im neuen Konzept vermutlich keinen Platz mehr geben.

Für den Umschlagplatz wird es im neuen Konzept vermutlich keinen Platz mehr geben. © Leopold Achilles (A)

„Wir hatten darauf gehofft, länger Teil des Hafens sein zu können - auch gerne mit Baustelle und lebendiger Industrie als Nachbarn“, sagt die Inhaberin. „So hätten Anwohner und Besucher direkt die spannende Phase des Wandels im Hafen bequem vom Biergarten aus beobachten und miterleben können.“

Jetzt hofft Milena Rethmann noch auf eine Lösung für das gemütliche Containercafé. „Für uns ist der kontinuierliche Austausch über die Entwicklungen im Hafengebiet mit Vertretern der Stadt, ausführenden Unternehmen, Planern, Anwohnern, Nachbarn und Akteueren im Hafen immer wichtig. Die Umbruchszeit ist sehr spannend“, sagt sie. „Vielleicht hat ja jemand eine gute Idee.“

Die letzte Umschlagplatz-Saison: Events und Öffnungszeiten

  • Die neue und letze Saison beginnt, sobald die Temperaturen es zulassen, ab April und geht bis Ende Mai 2020.
  • „In dieser letzten Saison werden donnerstags die „Pictures ‚n Pintxos“-Reihe sowie die sonntäglichen DJ -Veranstaltungen fortgesetzt“, kündigt die Inhaberin an.
  • Erstmals kommt das Format „Der Grüne Markt“ nach Dortmund; und zwar am Sonntag, 17. Mai 2020 von 11 bis 19 Uhr am Umschlagplatz. Dieser Lifestyle-Markt bietet nachhaltige Produkte aus allen Lebensbereichen, die das Stadtleben grüner machen.
  • „Parallel arbeiten wir weitere Events aus“, kündigt Milena Rethmann an. Die Öffnungszeiten bleiben: Montags bis samstags von 17 bis 22 Uhr sowie sonntags von 13 bis 21 Uhr - „Natürlich nur bei feinstem Sonnenschein.“
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