Keine Geburtstagspost: Dortmunderin vermisst mehrere Briefe

rnPost-Ärger

Geburtstagsbriefe für eine Dortmunderin verschwinden, ihre eigene Post landet im Nirgendwo. Die Deutsche Post hat mehrere Erklärungen, reagiert mit einem Tadel und nennt überraschende Zahlen.

Bövinghausen

, 19.10.2020, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Blick in den Briefkasten fällt enttäuschend aus: Denn die angekündigte Geburtstags-Post kann die Dortmunderin darin nicht entdecken – Fehlanzeige auch an den Folgetagen.

Mittlerweile ist ein Monat vergangen, die lieben Grüße für die 86-Jährige aus Bövinghausen scheinen wohl für immer verloren zu sein. Kurios: Auch ihre Post, die sie an ihren Enkel zur Konfirmation verschickt hat, bleibt verschwunden.

„Drei Briefe innerhalb von vier Tagen kommen nicht an, das finde ich schon sehr suspekt“, sagt die Betroffene. Einer der Briefe sei nur von Lütgendortmund nach Bövinghausen unterwegs gewesen. Besonders ärgerlich: In dem Umschlag an ihren Enkel hätten 20 Euro gesteckt.

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Die 86-Jährige fragt sich, ob nur sie alleine betroffen ist oder ob sich möglicherweise auch andere Postkunden im Bereich Provinzialstraße gemeldet haben. Deshalb hat sie sich an unsere Redaktion gewandt.

Laut Rainer Ernzer, Pressesprecher der Deutschen Post, gab es in den vergangenen Wochen keine Kundenbeschwerden aus dem Dortmunder Westen. Dass Briefe die Empfänger nicht erreichen, sei aber keine Seltenheit.

Täglich über 10.000 Briefe in der Briefermittlungsstelle

„Jeden Tag landen bundesweit über 10.000 Briefe bei unserer Briefermittlungsstelle in Marburg“, berichtet Ernzer. Der Pressesprecher nennt noch eine Zahl, die überrascht: Täglich würden in Deutschland immer noch rund 55 Millionen Briefe verschickt. Trotz Mail, trotz WhatsApp.

Dass ein Brief nicht zugestellt wird, könne mehrere Gründe haben: „Die Anschrift ist nicht lesbar oder fehlerhaft oder der Umschlag wurde beschädigt“, erklärt Ernzer. Oftmals fehlten die Absender, so dass die Briefe nicht einfach zurückgeschickt werden könnten.

In diesen Fällen würden die Mitarbeiter in Marburg die Briefe öffnen, um so Hinweise auf den Absender zu finden, so Ernzer. Aufgrund ihrer Vereidigung seien sie von der Wahrung des Briefgeheimnisses entbunden.

Jeder, der einen Brief vermisst, könne einen Nachforschungsauftrag erteilen, sagt Ernzer. Das Marburger Team gleiche die Suchanfrage mit seinem System ab und bringe im besten Fall Suchende und Gesuchtes zusammen. Nachforschungsaufträge können online oder mit Hilfe einer Poststelle auf den Weg gebracht werden.

Geld nur im Wertbrief verschicken

Weil die Seniorin Geld in einem normalen Umschlag verschickt hat, kassiert sie einen Tadel: „Das ist laut unseren AGBs verboten. Geld darf nur in einem Wertbrief bis 100 Euro verschickt werden“, betont Ernzer. Wert National2 heißt der Service, kostet 3,95 Euro plus Briefporto.

Der Grund dafür sei nicht, dass „alle bei uns klauen“, auch wenn man kriminelle Energien in den eigenen Reihe nie generell ausschließen könne, so Ernzer. „Der Brief ist ein Massenprodukt und kein Beförderungsmittel für Geld.“

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