„Keine gute Idee“ – Feuerwehr Dortmund warnt mit ungewöhnlichem Tweet vor Gefahr

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Die Feuerwehr Dortmund hat bei ihren Einsätzen offenbar schon vieles erlebt. Nun macht sie auf Twitter auf besondere Gefahren im Winter aufmerksam.

Dortmund

, 03.02.2020, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es kommt tatsächlich immer wieder vor, leider Gottes“, sagt Andreas Pisarski von der Feuerwehr Dortmund. Trotz aller Warnung gibt es auch in Dortmund Fälle von Bürgern, die den Grill bei schlechtem Wetter nach drinnen tragen und dort weiter Würstchen drauflegen.

Im Rahmen der Kampagne „CO macht K.O.“ versuchen Feuerwehren, Schornsteinfeger und Versicherungen, auf die Gefahren des Gases Kohlenmonoxid (chemisches Symbol: CO) aufmerksam zu machen.

Kohlenmonoxid führt zum Ersticken

„Grillen in geschlossenen Räumen ist keine gute Idee“, schreibt die Feuerwehr auf Twitter. Dazu posten sie ein Foto: Drei Jugendlichen, die im Wohnzimmer Fleisch und Gemüse auf den Grill gelegt haben.

Beim Grillen im Gebäude bildet sich das hochgiftige Gas Kohlenmonoxid. Das kann man weder riechen noch sehen oder schmecken.

Betroffene bekommen auch nicht wie bei vielen anderen giftigen Gasen Hustenanfälle oder Atemnot, sondern werden eher schläfrig und verwirrt. Das Gas verdrängt Sauerstoff aus dem Blutkreislauf. „Es kann zum Erstickungstod führen“, warnt Pisarski.

Grill als Heizung oder verstopfter Kamin: Gefahren von Kohlenmonoxid sind vielseitig

Es sei auch schon vorgekommen, dass Leute den Grill als Wärmespender nutzen, um eine ausgefallene Heizung zu ersetzen, so Pisarski. Ebenso fatal sei es, einen Heizpilz in einen geschlossenen Raum zu stellen.

Doch bei den meisten Einsätzen wegen Kohlenmonoxid wären die Betroffenen nicht schuld daran: Kohlenmonoxid kann auch aus defekten Gasheizungen austreten „oder wenn Vögel im Kamin ein Nest bauen. Dann stauen sich die Abgase und strömen zurück in die Wohnung“, sagt der Feuerwehrsprecher. „Das Problembild ist genau das Gleiche.“

Zwei bis drei Einsätze pro Winter hat die Feuerwehr Dortmund wegen Kohlenmonoxidvergiftungen. Das Gefährliche dabei ist: Auch Wohnungen, die weit weg von der CO-Quelle liegen, können kontaminiert werden.

Eine einzige defekte Gastherme kann also ein ganzes Mehrfamilienhaus gefährden. Wegen der großen Gefahr, die von dem Gift ausgeht, unterstützt die Feuerwehr Dortmund die Kampagne „CO macht K.O.“ Gerade jetzt, in der kalten Jahreszeit, sei die Gefahr durch defekte Heizungen besonders hoch.

CO-Melder und regelmäßige Wartungen können Schlimmes verhindern

Solchen Vergiftungen könne man leicht vorbeugen: Menschen, die einen offenen Kamin im Haus oder der Wohnung haben, sollten sich einen Kohlenmonixid-Melder kaufen. Dasselbe gilt für Besitzer von Gasheizungen.

Damit der Kamin nicht verstopft, ist es wichtig, regelmäßig einen Schornsteinfeger kommen zu lassen. Gasheizungen sollten ebenfalls häufig gewartet werden. „Und grillen innerhalb von Räumen“, sagt Pisarski, „ist immer eine schlechte Idee.“

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