Keine Kompromisse

01.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

«Gentechnik im Essen - machen Sie da mit?» Zu dieser Frage stand der Bundestagsabgeordnete Marco Bülow (SPD) am Samstag Rede und Antwort.

Formuliert hatte sie das Online-Bürgernetzwerk campact, das die öffentliche Diskussion auf dem Willy-Brandt-Platz organisiert hatte. Anlässlich einer anstehenden Novellierung des Gentechnik-Gesetzes hat die Gruppe 25 Abgeordnete der Regierungskoalition, die sich mit dem Thema befassen, mit dieser Frage konfrontiert. Als umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und Obmann im Umweltausschuss war deshalb auch Bülow in den vergangenen Wochen in der Nähe seines Wahlkreisbüros auf Plakate getroffen, die ihn zur Stellungnahme aufforderten.

Die fiel am Samstag eindeutig aus: Gentechnik sei neben Atomenergie und Klimaschutz das dritte politische Thema, bei dem keine Kompromisse geduldet werden dürften, machte der 36-Jährige seine Position klar. «Was da passiert, ist nicht rückholbar und wird auf ewige Zeit Lebensgrundlagen zerstören», begründete er sein klares Nein zur Lockerung gesetzlicher Regelungen.

Damit lag er auf einer Linie mit den Gentechnik-Gegnern von campact, die in der Gesetzesnovellierung mehrere Gefahren ausmachen. In erster Linie sehen sie die Wahlfreiheit des Verbrauchers bedroht, sich gegen genmanipulierte Nahrungsmittel zu entscheiden. Denn der Grenzwert, bis zu dem ein eigentlich gentechnikfreies Feld von manipulierten Nachbarfeldern folgenlos verschmutzt werden darf, soll angehoben werden. Zudem fordert campact ein bundesweites öffentliches Anbau-Register für genetisch manipulierte Pflanzen und eine stärkere Haftung der Verursacher von genetischen Verunreinigungen.

Bülow stimmte in allen Punkten zu und mahnte zur Voraussicht. «Der Mensch macht immer erst alles, was möglich ist, und guckt dann, was er damit angerichtet hat», klagte er. Dies sei schon bei der Atomenergie so gewesen, die ihre Verheißungen nie erfüllt habe. SEN

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