„Keine Nacht für Niemand“ rockt die Westfalenhalle

Kraftklub in Dortmund

Für Kraftklub war ihr Konzert in der Westfalenhalle eine Rückkehr zu ihrer ersten großen Spielstätte. Zweieinhalb Stunden rockte die Band auf der Bühne – bestimmt auch wegen des Publikums.

DORTMUND

von Dariusch Rimkus

, 29.10.2017, 22:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Keine Nacht für Niemand“ rockt die Westfalenhalle

Kraftklub spielte am Samstag in den Westfalenhallen.

Frontmann Felix Brummer schlägt die Arme über dem Kopf zusammen. Vor knapp einer Minute hat er die Zuschauer dazu animiert, den Song „Chemie Chemie Ya“ vom aktuellen Album „Keine Nacht für Niemand“ ohne Instrumente so weit wie möglich zu rappen und zu singen. Die Westfalenhalle schafft die komplette erste Strophe samt Refrain. „Dortmund, nicht ansatzweise konnte eine andere Stadt den Text bis zum Refrain rappen“, verkündet Brummer ungläubig grinsend und die Menge johlt, applaudiert und ist stolz.

Die Westfalenhalle war vor Jahren die erste große Halle, in der die Band spielte. Am Samstagabend gab Kraftklub alles für Dortmund, schließlich, so beteuerte es Felix Brummer, „hat die Westfalenhalle einen besonderen Platz in unserem Herzen.“ Das Publikum dankte es ihnen. Bei nahezu jedem Lied wurde getanzt, gesprungen, mit den Armen gewippt und lauthals mitgesungen. Neben der musikalischen Klasse zeigte die Band auch Einfallsreichtum.

Kraftklub spielte Songs per Glücksrad

Nach etwa einer Stunde wurde per Glücksrad der nächste Song ausgewählt. Später am Abend luden die Bandmitglieder dann noch zu einem Wettbewerb im Wett-Crowd-surfen ein. „Leider noch keine olympische Sportart“, scherzte Brummer. Die Bandmitglieder ließen sich zeitgleich auf den Händen der Zuschauer von einem Podest in der Mitte der Halle zur Bühne tragen. Der Sieger hieß Felix Brummer. Als er als Erster auf der Bühne ankam, ließ er sich gebührend feiern, auch wenn er verschmitzt anmerkte, „ich bin ja eigentlich ein sehr bescheidener Mensch.“


Politische Inhalte prägten das Kraftklub-Konzert

Die für Texte mit politischen Inhalten bekannte Band wollte auch ihre Meinung zum gesellschaftlichen Rechtsruck äußern. „Auch wenn es romantisch klingt und schon oft gesagt wurde, wollen wir uns immer deutlich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aussprechen.“ Tosender Applaus. Zum Ende des Konzerts gab es dann auch noch einen Heiratsantrag mitten in der Menge und natürlich wurde er angenommen. Das glückliche Paar ließ sich während des letzten Liedes „Songs für Liam“ auf den Händen der Menge tragen und von der Band beglückwünschen. Für sie war es der krönende Abschluss eines gelungenen Abends.

Sein offensichtliches Desinteresse an der Musik wurde einem Taschendieb während des Konzerts zum Verhängnis. Statt dessen suchte er ausschließlich den Körperkontakt zu den feiernden Fans. Ein Konzertbesucher wurde daraufhin misstrauisch und verständigte den Sicherheitsdienst. Der hielt den Mann fest und übergab ihn der Polizei. Die Beamten stellten 13 Handys sicher, die der Dieb in einer präparierten Radlerhose verstaut hatte. Der 39-Jährige wurde festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt.
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