Vermieter dürfen sich aussuchen, wen sie zur Wohnungsbesichtigung einladen © dpa (Symbolbild)
Meinung

Keine Wohnungsbesichtigung ohne Impfung – Das ist absolut okay

Ein Dortmunder Vermieter verwehrt einer Familie die Besichtigung der Traumwohnung, weil die Eltern nicht geimpft sind. Unser Autor meint: Das geht klar. Und fordert mehr Respekt.

Eine Wohnungsbesichtigung nicht zu bekommen, weil man nicht geimpft ist – der Fall ist ungewöhnlich, bestätigen auch Experten. Für Betroffene wie im vorliegenden Fall Familie Biermann ist diese Erfahrung sicherlich bitter, keine Frage.

Mieterschützer betonen denn auch: Eigentlich dürfe der Impfstatus von Mietinteressenten keine Rolle spielen, und für die Vermietung selbst sei nur die Abklärung von Fragen zulässig, die unmittelbar mit dem Mietverhältnis zu tun hätten.

So weit, so nachvollziehbar. Allerdings muss man auch festhalten: Jeder Mensch über 12 Jahren hat inzwischen die Möglichkeit, sich kostenlos gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Dies nicht zu tun, ist eine individuelle Entscheidung, die es sicherlich zu respektieren gilt.

Wer allerdings freiwillig auf die Impfung verzichtet, muss ebenso respektieren, dass es in unserer Gesellschaft Menschen gibt, die mit dieser Entscheidung ein Problem haben. Und dass eine solche Entscheidung Folgen haben kann. Im vorliegenden Fall ist es der Vermieter, der mit dem Gesundheitsschutz seines aktuellen Mieters argumentiert und eine Wohnungsbesichtigung ablehnt.

Dies ist eine Entscheidung, die er treffen darf – und die es ebenso zu respektieren gilt wie die Entscheidung der Familie gegen die Impfung.

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