Kettenbrief löste Großeinsatz aus

Polizeiwache Eving

Eine Whatsapp-Nachricht, die vor gefährlicher Post warnt, sorgt seit etwa einem Jahr für Unsicherheit. Sie war es auch, die am Mittwoch den Alarm an der Polizei in Eving auslöste. Das ist die Geschichte einer falschen Legende und eines kuriosen Einsatzes.

EVING

, 01.12.2016, 17:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dieser Umschlag hat einen großen Polizeieinsatz ausgelöst.

Dieser Umschlag hat einen großen Polizeieinsatz ausgelöst.

Zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr, unter ihnen Spezialisten aus Köln und Düsseldorf, ein aufgebautes Dekontaminationszelt, eine über Stunden gesperrte Polizeiwache in Eving – ein per Post versandter Umschlag sorgte vorgestern für erheblichen Aufruhr im Dortmunder Norden.

Klar war am Mittwoch lediglich, dass eine Frau mit dem DIN-A4-Umschlag zur Wache gekommen und zuvor durch eine Nachricht auf ihrem Mobiltelefon in Angst vor dem Umschlag versetzt worden war. Der war letztlich harmlos, in ihm waren Kosmetika versandt worden.

Inzwischen sind die Hintergründe des dubiosen Falls etwas klarer. Die Frau fiel unverschuldet auf eine Falschmeldung herein, die sich in der Art eines Kettenbriefes verbreitet, die Polizei in Dortmund schon seit einem Jahr immer mal wieder beschäftigt und auch bundesweit inzwischen ein Thema ist.

Das steht in der Mitteilung:

Die Falschmeldung, die über Facebook oder – wie im Evinger Fall – per Whatsapp verbreitet wird, hat folgenden Inhalt, der aber immer leicht variieren kann: Es seien Postsendungen aufgetaucht, in ihnen CDs, die in irgendeiner Form vergiftet worden seien. Das können dann, je nach Variante, Kontaktgifte oder auch giftige Pulver sein, irgendein Bekannter eines Bekannten des Versenders liegt häufig schon im Krankenhaus.

Häufig, so die falsche Legende, seien die CDs mit türkischen Koranversen versehen. Auf keinen Fall dürfe man die CDs anfassen, man müsse sie zur Polizei bringen und vor allen Dingen die "Liebsten und Bekannten" warnen. In Augsburg hat diese Internetfalschmeldung die Runde gemacht, in Osnabrück, Köln, Leipzig und Pforzheim.

In Dortmund wurden auch CDs abgegeben

Während sich in den meisten Städten lediglich diese Falsch-Warnungen verbreitet haben, haben bei der Dortmunder Polizei im laufenden Jahr tatsächlich mehrere Menschen Umschläge mit CDs abgegeben, nachdem sie solche Warnungen erhalten hatten.

Laut Polizeisprecher Kim Freigang waren die Betroffenen teilweise vollkommen verängstigt – letztlich immer ohne Grund. Oft soll, so Freigang weiter, von diesen CD-Sendungen die muslimische Gemeinschaft betroffen gewesen sein.

Der Großeinsatz in Eving wurde letztlich neben der Warnung durch einen weiteren Umstand begünstigt: Die Frau, die zu der Wache gekommen war, hatte erst die Nachricht und kurz darauf den Umschlag erhalten, den sie nicht zuordnen konnte.

Letztlich, so der Polizeisprecher, habe die Frau sich richtig verhalten.

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