Kind (10) schwer sexuell missbraucht: Angeklagter (36) sieht sich als Opfer

rnLandgericht Dortmund

Sechsmal soll sich ein Mann aus der Nordstadt an einem minderjährigen Mädchen vergriffen haben. Der mutmaßliche Täter sieht die Sache ganz anders.

Dortmund, Nordstadt

, 06.08.2020, 16:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Anklage schildert sexuelle Übergriffe auf ein Kind, der Verdächtige streitet alles ab: Ein 36-jähriger Mann aus der Nordstadt muss sich seit Donnerstag vor dem Landgericht verantworten – er soll die anfangs zehn Jahre alte Tochter seiner Ex-Partnerin sexuell schwer missbraucht haben.

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der 36-Jährige sich im Jahr 2017 mindestens sechsmal an dem Mädchen vergriffen hat. Beim ersten Mal in einem Treppenhaus, während das Kind gerade damit beschäftigt war, über das WLAN sein Lieblingslied auf das Handy zu laden. Anschließend auch in der Küche, dem Wohn- und dem Kinderzimmer der seinerzeit mit der Mutter der Zehnjährigen gemeinsam bewohnten Mietwohnung.

Zum Prozessauftakt ließ der Angeklagte die Anklagevorwürfe über seinen Verteidiger Matthias Meier „mit Nachdruck“ zurückweisen. „Ich bin überzeugt, dass die Vorwürfe von der Mutter kommen“, sagte der 36-Jährige selbst. Kurz vor der Strafanzeige habe er sich von der Frau getrennt gehabt. Danach habe sie ihm so oder so ähnlich gedroht: „Das wirst Du noch bereuen.“

Richter Ulf Pennig mahnte den Angeklagten mit Blick auf ein (vorläufiges) Glaubwürdigkeitsgutachten, nach dem das Mädchen die Wahrheit sagt, seine Angaben zu überdenken. Sollten das Gericht ihn nach der Zeugenaussage der heute 14-Jährigen verurteilen, drohe eine „lange Haftstrafe“.

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