Kinder frieren bei Regen und Sturm – Vorwürfe nach Kinderkarneval im FZW

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Die Familiendisko im FZW am Sonntag sollte eine riesige Karnevalsparty werden. Doch einige Besucher beklagen lange Wartezeiten und überfüllte Räume. Der Veranstalter verteidigt die Party.

Dortmund

, 24.02.2020, 19:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jecke Musik, ein tanzender Elefant, „viel Show und Tanz“: Die „Familiendisko Kinderkarneval“ im FZW am Sonntag (23.2.) sollte eine „Riesenparty für Groß und Klein“ werden.

Aber im Nachhinein regt sich bei einigen Besuchern Unmut: „Ein völliger Reinfall“, „unorganisiert“, „viel zu voll“ und „überhaupt nicht kindgerecht“ heißt es in mehreren Bewertungen und Kommentaren bei Google und Facebook.

Kinder und Eltern müssen lange draußen warten

Die Dortmunderin Katharina Schwickrath (38) war mit ihrer vierjährigen Tochter dabei. Pünktlich um 13 Uhr war sie vor dem FZW, wie sie in einem Telefonat unserer Redaktion erzählt. Dann sollte der Einlass beginnen. Eigentlich. Der zog sich aber. „Man stand mit Kindern und auch Babys im strömenden Regen und Sturm“, sagt Schwickrath.

Normalerweise gibt es bei Veranstaltungen der Party-Reihe „Familiendisko“ einen separaten Eingang durch den Biergarten des FZW für Besucher, die bereits im Vorverkauf Karten gekauft haben, erklärt Veranstalter Chris Stemann auf Nachfrage. Am Sonntag sei das aber nicht möglich gewesen. Der Pavillon für den Einlass wäre weggeweht worden, es stürmte und regnete zu stark, sagt er.

Also mussten alle Besucher durch den Haupteingang des FZW, was zu einem Rückstau führte. Weitere Verzögerungen gab es für alle Besucher, die Karten im Vorverkauf gekauft hatten. Sie mussten an der Kasse per Hand auf einer Namensliste abgehakt werden.

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Wer hingegen ein Ticket an der Tageskasse kaufte, konnte ohne Warten zur Party. Einige der Besucher mit Vorverkaufs-Karten hätten daraufhin einfach ein zweites Mal Karten gekauft - nur, um schneller hineinzukommen. Das war es Schwickrath aber nicht wert: Sie wartete mit ihrer Tochter 45 Minuten in der Kälte. „Die Kinder haben alle sehr gefroren und waren anschließend sehr nass.“

Stemann räumt ein, dass der Einlass nicht optimal verlaufen sei, er findet aber auch, dass man Zeitverzögerungen beim Einlass zu Partys erwarten müsse. Trotz erschwerter Bedingungen ist er zufrieden. „Als ich um 14.08 Uhr nachgesehen habe, war die Schlange weg“, erklärt der Veranstalter, der auch als DJ Firestarter in Dortmund bekannt ist.

Veranstalter weist Kritik zurück

Als Schwickrath und ihre Tochter drinnen waren, wurde es für sie aber offenbar nicht besser: Die Dortmunderin empfand die Veranstaltung als nicht kindgerecht. „Es war komplett überfüllt“, sagt sie, „man konnte sich nicht von A nach B bewegen, die Kinder fühlten sich gar nicht wohl.“ Andere Besucher kritisieren auch, dass auf einer Kinder-Party Flaschenbier (für die Eltern) verkauft wurde.

Bei Stemann trifft diese Kritik auf Unverständnis. „Bei Veranstaltungen in Kitas stehen auch Väter mit Bier“, behauptet er. Zudem habe es keinen harten Alkohol gegeben und die Alkoholwerbung sei sogar abgehängt worden.

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Auch sei es nicht überfüllt gewesen, sagt Stemann. Seit zwei Jahren veranstalte er Kinderdiskos, er lasse wegen der Kinder generell weniger Menschen als sonst hinein. Am Sonntag habe er vielen Eltern angeboten, erst mal zu schauen, ob es ihnen und ihren Kindern zu voll sei, bevor sie für den Eintritt bezahlen.

Mit der Party und der Stimmung der Gäste sei er zufrieden gewesen, sagt Stemann noch. Katharina Schwickrath nicht: Bereits nach rund einer Stunde verließ sie mit ihrer Tochter die Karnevalsparty.

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