Kinder ins Heim: Zwei von drei Notfällen sind nicht nachvollziehbar

Jugendamt

Nach dem Tiefbauamt hat nun auch das Jugendamt Ärger mit den Rechnungsprüfern der Stadt Dortmund. Die Kontrolleure bemängeln, dass bei zwei von drei Kindern, die im ersten Halbjahr 2013 in akuten Notsituationen in Obhut genommen und in einem Heim untergebracht wurden, nicht nachzuvollziehen ist, ob das überhaupt notwendig war.

DORTMUND

, 20.03.2014, 01:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kinder ins Heim: Zwei von drei Notfällen sind nicht nachvollziehbar

Werden Kinder in Notsituationen in Obhut genommen, kommen sie in Pflegefamilien oder das Jugendheim greift auf Heime zurück. Die geben wiederum die Kinder oft an Pflegefamilien weiter, rechnen aber möglicherweise ihren höheren Tagessatz ab.

Für Inobhutnahmen und Bereitschaftspflege hat das Jugendamt im ersten Halbjahr 2013 481.000 Euro gezahlt, davon rund 288 888 Euro für 112 Kinder, die in solchen Pflegefamilien untergebracht waren, und 193.000 Euro für 22 Kinder, bei denen das Jugendamt auf Heime zurückgegriffen hat. Das muss aber nicht heißen, dass das Kind tatsächlich in einem Heim gelebt hat. Vielmehr stehen den Einrichtungen wiederum Pflegefamilien für Bereitschaftspflegeplätze zur Verfügung. Das Jugendamt hat in seiner Stellungnahme zugesichert, unter anderem die Aktenführung und Dokumentation zu verbessern sowie die Arbeitsabläufe kurzfristig umzustellen. Zuletzt fingen sich die Tiefbauer der Stadt einen Rüffel der Rechnungsprüfer ein. In ihrem Amt gibt es eine Sieben-Millionen-Euro-Rechnung für den Umbau der Emscher, für die schlüssige Belege fehlen.

Das Jugendamt stand bereits in der Vergangenheit in der Kritik wegen finanzieller Probleme.

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