Kinder sollen wieder schwimmen lernen

Aktionsplan für Kitas und Schulen

Nahezu jedes zweite Kind verlässt die Grundschule, ohne schwimmen zu können. Diese alarmierende Quote veranlasst Politik und Verwaltung zu einem Aktionsplan. Jetzt wurde das Projekt "Wir lernen schwimmen!" im Schulausschuss vorgestellt. Wir erklären, was dahinter steckt.

DORTMUND

, 18.11.2016, 02:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
In einem Intensivkurs lernen die Vier- bis Achtjährigen innerhalb einer Woche das Schwimmen.

In einem Intensivkurs lernen die Vier- bis Achtjährigen innerhalb einer Woche das Schwimmen.

Stadt, freie Träger der Jugendhilfe, die Schwimmvereine im Stadtsportbund (SSB) und die DLRG sollen Vorschulkinder und Erstklässler mit der Aktion "Anfängerschwimmen! Wir lernen schwimmen!" ins Wasser bringen. Zum kommenden Schuljahr startet das auf sechs Jahre angelegte Projekt.

30 bis 50 Prozent der Viertklässler, so die offizielle Zahl, können nicht schwimmen. Das trifft besonders auf die vielen  zugewanderten Kinder zu - was die Statistik ebenfalls beeinflusst. Deshalb soll es auch spezielle Angebote für Kinder aus geflüchteten und zugewanderten Familien geben, beispielsweise muttersprachlich Begleitung zu Schwimmkursen.

Kinder für das Element begeistern

Weiterhin sind Angebote zur Wassergewöhnung vorgesehen, um Kinder möglichst früh für das Element zu begeistern und Ängste abzubauen. Für Kita-Mitarbeiter und Grundschullehrer soll es Qualifizierungen geben. Die übernehmen SSB, DLRG und der Kreisverband Schwimmen.

Dabei sollen diese neuen Angebote die bereits bestehenden ergänzen und nicht in Konkurrenz zu ihnen treten, sagt Manfred Hagedorn, stellvertretender Leiter des Schulverwaltungsamts. Die Stadt sucht zurzeit im Umkreis der elf Hallenbäder Kindertageseinrichtungen, die an einer zehnwöchigen Modellphase teilnehmen. Sukzessive soll das Angebot dann auf möglichst viele Kitas ausgeweitet werden. Im weiteren Verlauf sollen dann auch die Grundschulen mitmachen.

Maximal zehn Kinder pro Kurs

Die Kurse mit maximal zehn Kindern sollen über jeweils zehn Termine gehen und können nach Abstimmung mit den Badbetreibern voraussichtlich ab Dezember starten. Als Anschubfinanzierung erhält die Stadt 6880 Euro aus einem Aktionsprogramm des Landes. Für die Teilnahme soll ein moderater, sozial gestaffelter Elternbeitrag erhoben werden.

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