Kinder und Demenzkranke unter einem Dach – einmaliges Betreuungskonzept kurz vor dem Start

rnBesonderer Neubau

Im Dezember 2019 ist es soweit: Kinder und Demenzkranke ziehen in ein gemeinsames Gebäude ein. Wer aktuell einen Kita-Platz in Dortmund sucht, hat hier gute Karten.

Nette

, 26.11.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zuletzt stand hier ein schäbiges Ladenlokal, das im Ortsteil von vielen Bürgern als Schandfleck empfunden wurde.

Das Gebäude durfte der Verein „Mengede hilft“ übergangsweise mal für seine Flüchtlingsarbeit nutzen. Das ist lange her und das Areal nicht mehr wiederzuerkennen: Denn der düstere Rewe-Markt an der Dörwerstraße 43-45 wurde abgerissen, mittlerweile steht hier ein modernes Gebäude mit einer hellen, freundlichen Fassade.

Ganz junge und kranke Menschen werden hier einziehen, so sieht es das Gemeinschaftsprojekt der Caritas und des Pflegediensts „Med-Docare“ vor. Ein Kindergarten und eine Demenz-Wohngemeinschaft unter einem Dach, das dürfte in Dortmund einmalig sein.

Einzugstermin für die ersten 20 Kinder ist der 4. Dezember (Mittwoch). „Momentan möblieren wir die Räume im Erdgeschoss“, berichtet Caritas-Abteilungsleiterin Elke Krause auf Anfrage dieser Redaktion. Auch das Außengelände werde bei passender Witterung zeitnah hergerichtet. Insgesamt ist hier Platz für 95 Kinder in fünf Gruppen. 22 Kinder werden unter drei Jahre alt sein.

Kinder und Demenzkranke unter einem Dach – einmaliges Betreuungskonzept kurz vor dem Start

So sah es 2016 hier noch aus: Das Areal mit dem über Jahre leer stehenden Rewe-Markt empfanden die Anwohner als Schandfleck. © (A) Stefan Schütze

Im neuen Kindergarten gibt es noch freie Kita-Plätze

„Wir gehen mit einer Gruppe an den Start, dann stocken wir peu à peu auf. Bis Februar sollten alle Kinder eingezogen sein.“ So könnten sich nur die Kleinen, sondern auch die Mitarbeiter ganz in Ruhe einleben. „Momentan haben wir noch einige freie Plätze für Kinder über drei Jahren“, berichtet Elke Krause. Interessenten können sich unter Tel. (0231) 33 47 880 melden.

Auch der Name der neuen Einrichtung steht schon fest. „St. Josef“ wird die Caritas-Kita heißen, das benachbarte Caritas-Familienzentrum St. Stephanus und St. Josef an der Brinkmannstraße 60 gleichzeitig in „St. Stephanus“ umbenannt. Die dortige Leiterin Ursula Wimmer wird für beide Einrichtungen die Gesamtleitung übernehmen. Für „St. Josef“ ist man noch auf der Suche nach einer Teamleitung.

Etwas später als die ersten Kindergarten-Kinder werden die Patienten der Dortmunder Med-Docare GmbH in die erste Etage einziehen. „Anfang Dezember ist die bauliche Abnahme“, so Geschäftsführerin Ljubinka Bange. Sie rechnet mit einem Einzug kurz vor Weihnachten oder Anfang Januar 2020.

Demenz-WG mit zwölf Einzelzimmern und einer großen Terrasse

50 Prozent der zwölf Einzelzimmer innerhalb der Demenz-WG seien bereits vermietet oder reserviert. Im barrierefreien Wohnbereich befinden sich Gemeinschaftsräume, außerdem können sich die zukünftigen Bewohner bei gutem Wetter auf einer großen Terrasse aufhalten.

Die beiden 50 Quadratmeter großen Appartements mit Küche und Badezimmer sind noch zu haben. Sie gehören zum Angebot des betreuten Wohnens und nicht zum Demenz-Bereich. Absehbar sei auch ein Tag der offenen Tür geplant, so Ljubinka Bange. Interessierte können über Tel. (0231) 48 82 345 oder über die Homepage www.med-docare.de Kontakt aufnehmen.

Rund um die Uhr wird ein Pflegedienst vor Ort sein. „Außerdem kommen regelmäßig Ärzte, Sozialarbeiter und Physiotherapeuten ins Haus. Auch gesellschaftliche Aktivitäten für die Bewohner wird es geben“, erklärt Ljubinka Bange.

Kinder und Demenzkranke werden sich regelmäßig treffen

Sobald alle unten und oben eingezogen sind, sollen sich Kinder und Patienten regelmäßig begegnen. „Menschen mit Demenz reagieren auf Kinder sehr einfühlsam. Sie können mit ihnen reden oder spielen“, so Ljubinka Bange.

Neben der Kita und der Demenz-WG gehört auch noch ein Mehrfamilienhaus mit sozial gefördertem Wohnraum zum Gesamtkomplex auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Areal. Der Baubeginn hat sich allerdings aus verschiedenen Gründen, etwa wegen gesetzlicher Vorgaben für den sozialen Wohnungsbau, verschoben.

Neubau mit sozial gefördertem Wohnraum wird später fertig

Das berichtete auf Anfrage die Geschäftsleitung der „Gesellschaft für kommerzielle Investition“ in Füssen. Voraussichtlich sollen die Bauarbeiten Anfang nächsten Jahres beginnen. Erfahrungsgemäß dauert die Bauzeit 13 bis 14 Monate.

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