Kindermörderin bleibt regungslos

DORTMUND Regungslos, ausdruckslos, teilnahmslos: So verfolgte die mutmaßliche Kindermörderin Sabrina L. gestern den ersten Prozesstag nach dreiwöchiger Pause.

von Martin von Braunschweig

, 16.07.2007, 17:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Fast schien es, als wolle die 27-Jährige den beiden Polizisten im Zeugenstand unter keinen Umständen einen möglichen Triumph gönnen. Den Triumph, die Mutter der getöteten Kinder Pascal, Chantal und Kevin nach zweieinhalb Jahren intensiver Ermittlungsarbeit nun traurig und geknickt auf der Anklagebank zu sehen. Spätestens seit dem Tod von Kevin im April 2004 unternahm Sabrina L. im Grunde keinen Schritt mehr, ohne dass die Polizei ihr auf den Fersen war. Fast alle Personen aus ihrem Umfeld wurden vernommen, einige Zeit lang sogar ihr Telefon abgehört.

Die Wende brachte bekanntlich erst ein verdeckter Ermittler. Im Frühjahr 2005 sagte das Landeskriminalamt den Dortmunder Kollegen die erwünschte Unterstützung zu. Doch auch danach sollte es noch anderthalb Jahre dauern, ehe der Mann, der sich „Jay Jay“ nannte, so sehr das Vertrauen der Verdächtigen gewonnen hatte, dass sie ihm alles gestand. Das Gericht will den verdeckten Ermittler in der kommenden Woche vernehmen. Möglicherweise werden bis zur nächsten Woche auch schon die Ergebnisse von zusätzlichen medizinischen Untersuchungen vorliegen, denen sich Sabrina L. in den nächsten Tagen unterziehen will. Dabei handelt es sich um Hirnstrom-Messungen und eine Kernspin-Aufnahme des Kopfes der 27-Jährigen. Der Prozess wird morgen mit Zeugen fortgesetzt.

Lesen Sie jetzt