Kippen-Schnipper, Kaugummi-Spucker und Co.: Diese Methode soll Umweltsünder überführen

rnHöhere Bußgelder

Die Stadt hat die Strafen für Umweltsünden drastisch erhöht. Doch wie will sie Kaugummi-Spucker oder Wildpinkler ertappen? Unter anderem mit einer alten Polizeimethode.

Dortmund

, 09.10.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Umweltsünder bittet die Stadt seit letzter Woche mit drastisch erhöhten Strafen zur Kasse. Auf die Straße gespuckte Kaugummis, weggeschnippte Zigaretten, liegengelassene Hundehaufen – 50 bis 75 Euro werden für diese Ordnungswidrigkeiten fällig. Die Stadt hat angekündigt, gegen diese und andere Regelverstöße verstärkt und konsequent einzuschreiten.

Wenn die uniformierten Ordnungskräfte auftauchen, werden potenzielle Umweltsünder vermutlich von ihrem Tun ablassen. Was erst mal gut und beabsichtigt ist. Doch was ist mit denen, die so nicht erwischt werden?

Um auch diesen Unbelehrbaren auf die Schliche zu kommen, wird das Ordnungsamt künftig – punktuell verstärkt – neben den Uniformierten auch Außendienstkräfte in Zivil auf die Straße schicken. Sie sollen laut Stadtsprecher Maximilian Löchter „auf solche Verstöße achten und konsequent einschreiten.“

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Ordnungskräfte in Zivil

Im Schwerpunkt würden die Streifen des Kommunalen Ordnungsdienstes schon jetzt unter anderem auf Abfall- und Sauberkeitsdelikte im öffentlichen Raum achten, so Löchter. Außerdem würden auch andere Außendienstkräfte des Ordnungsamtes ein Auge auf solche Regelverstöße haben.

Löchter: „Soweit es die Einsatzlagen zulassen, kann hier auch die Polizei aktiv die Arbeit der Stadt unterstützen.“

Nach und nach sollen die freien Planstellen beim Kommunalen Ordnungsdienst besetzt werden und damit den Kontrolldruck erhöhen. Zudem startet die Stadt erstmals einen neuen Ausbildungsgang für den Kommunalen Ordnungsdienst. Die ersten 15 Teilnehmer werden in drei Jahren ihre Ausbildung beenden.

„Unabhängig von den notwendigen Kontrollen setzen Stadt und EDG aber auch auf eine zunehmende Bewusstseinsänderung in der Bevölkerung, vor allem bei all denjenigen, die es in der Vergangenheit mit dem Wegwerfen auch von Kleinstabfall und sonstigem Abfall nicht so genau genommen haben“, erläutert Löchter.

Aschenbecher haben nicht geholfen

Die Stadt hat sich bei der Erhöhung der Bußgelder an den Empfehlungen des Landes NRW orientiert, die bei vorsätzlich begangenen Taten zum Teil noch drastischere Bußgeld-Erhöhungen erlauben – bei weggeworfenen Zigarettenkippen zum Beispiel bis zu 100 Euro. Aufgrund ihrer Menge beeinträchtigten Zigarettenkippen das Stadtbild nachhaltig, so Löchter.

Daran hätten auch Aschenbecher nichts geändert, die in Abfallbehälter integriert wurden. „Die Regelgeldbuße von 50 Euro ist somit aufgrund des Kataloges des Landes niedrig angesetzt.“

Dafür gibt es einen Grund; denn in dieser Höhe können Verstöße noch mit Verwarnungsgeldern geahndet werden, sprich mit geringem Verwaltungsaufwand.

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