Ehrenvorsitzender des BV Kirchderne wird 90: Helmut van Eik ist ein Derner Urgestein

rnBV Viktoria Kirchderne

In neun Jahrzehnten erlebt man viel – auch im Fußball: Helmut van Eik hat seinen Verein, den BV Viktoria Kirchderne, weit nach vorne gebracht. Sportlich und auch bei der Ausstattung.

von Tobias Weskamp

Kirchderne

, 23.05.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch mit 89 Jahren ist Helmut van Eik immer noch sehr aktiv. Der Derner hat jahrzehntelang beim BV Viktoria Kirchderne gespielt und war Vereinsvorsitzender. In der Zeit hat er viel erlebt. Jetzt ist er Ehrenvorsitzender. Am Freitag (24. Mai) wird er 90 Jahre alt.

Helmut van Eik fing als Torwart an

Seit 1948 gehört Helmut van Eik dem BV Viktoria Kirchderne an, zunächst als Torwart. Von circa 1970 bis 1985 war er Vorsitzender. In den frühen 70ern gelang dem Verein der Aufstieg von der C-Klasse bis in die Bezirksklasse. „Nach meiner Zeit ging es bis in die Landesliga.“

Doch einige Jahrzehnte zurück: Nach dem Zweiten Weltkrieg musste zunächst der Platz hergestellt werden. „Es gab zwei Bombentrichter und jede Menge Brennnesseln“, erzählt van Eik.

Die Trikots der ersten Jahre bestanden aus steifem Nesseltuch. „Sie standen regelrecht auf der Leine“, erinnert sich Ehefrau Margret van Eik (88), die die Kluft immer gewaschen und Löcher geflickt hat.

Zum Umziehen nutzten die Spieler eine Gaststätte

„Die Bälle waren eingefettet und schwer wie Medizinbälle“, erzählt Helmut von Eik. Später gab es Holzhütten für die Spieler, die aber erst nicht beheizt werden konnten. „Heute ist der Verein mit Kunstrasen und vielem anderen bestens ausgestattet“, freut sich Helmut van Eik.

Da es vor Ort keine Möglichkeit zum Umziehen gab, nutzten die Spieler den Anbau einer Gaststätte. „Wir sind dann in der Kluft zum Sportplatz gelaufen“, beschreibt Helmut van Eik. Einmal klagte der Wirt, kein Koks für den Ofen zu haben. „Ich sprach dann mit meinem Chef, der dann fünf Tonnen Koks schickte! Der Wirt wusste gar nicht, wohin damit“, erzählt Helmut van Eik lachend.

Helmut van Eik war mehrfach in Lebensgefahr

Noch bevor er Mitglied bei Viktoria Kirchderne wurde, war Helmut von Eik mehrfach dem Tod von der Schippe gesprungen. 1943 wurde er bei einem Luftangriff drei Meter tief unter Trümmern verschüttet. Das Haus, in dem er sich gerade befand, war eingestürzt. Bei einem weiteren Luftangriff war er Helfer und geriet selbst in Gefahr. „Wir mussten ein Haus löschen, wobei ich erneut verschüttet wurde“, erinnert er sich. Im April 1943 hatte er eine Lehre zum Stahlbauschlosser begonnen. Später, im Berufsleben, kippte auf der Arbeit ein Waggon um, unter dem er eingeklemmt wurde.

In der Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE) ist er seit 1946 Mitglied. „16 Jahre lang war ich Vorsitzender der Ortsgruppe Derne“, erzählt er. Seit April wohnen er und seine Frau in einer seniorengerechten Wohnung in Derne. „Wir erfreuen uns an unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln“, schildert er stolz. Zum BV Kirchderne geht Helmut van Eik auch heute noch regelmäßig.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt