Beliebte Abkürzung: Trotz Anliegerstraße und Tempo 30 geben Autofahrer hier Gas

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Der Kirchhörder Berg ist eine Anliegerstraße – und Tempo-30-Zone. Trotzdem geben Autofahrer in dem Wohngebiet Gas. Womöglich haben sie eines der beiden Schilder gar nicht gesehen.

Kirchhörde

, 21.08.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

High Noon am Kirchhörder Berg: Ein schwarzer Kombi fährt die Straße talwärts, bremst nur leicht, biegt dann links in die Straße Hohle Eiche ab, beschleunigt. Sekunden später brettert ein SUV die Hohle Eiche herunter. Kaum hinter der Kurve verschwunden, heult ein weiterer Motor auf. Der Fahrer eines BMW schaltet einen Gang runter, gibt bergauf in Gegenrichtung Gas.

Geschätzte Geschwindigkeit bei allen Dreien: zwischen 50 und 70 km/h. Ein Radfahrer-Pärchen rollt ebenso gemütlich wie umsichtig die Straße herunter und biegt in die Felder ab. Der schmucke Kinderspielplatz an der Kreuzung ist um diese Stunde leer. Vielleicht zum Glück, denn ungefährlich ist die Kreuzung Kirchhörder Berg / Hohle Eiche ncht. Dabei liegt sie in einem Wohngebiet.

Autofahrer nutzen eine Abkürzung zu Geschäften

Das ist zwar eine Tempo-30-Zone. Aber vielen Autofahrern scheint das entweder egal zu sein oder es ist ihnen schlichtweg nicht klar. Die Trasse der „Hohlen Eiche“ ist eng. Im unteren Teil ist ein Piktogramm mit einer „30“ auf dem Asphalt kaum zu erkennen. Weiter oben in Höhe der neugebauten Eigenheime ist ein zweites, deutlich erkennbareres. Parkende Autos machen hier der Raserei ohnehin ein Ende.

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Auf der Fahrbahn des „Kirchhörder Berg“ gibt es keine Piktogramme. Die Straße ist zudem für den Durchgangsverkehr gesperrt. „Anlieger und Radfahrer frei“ heißt es deutlich sichtbar sowohl auf der Berg- als auch auf der Talseite. Viele Autofahrer schert das offenbar nicht. Der Kirchhörder Berg: eine Abkürzung zu einem Teil des Kirchhörder Geschäftszentrums an der Hagener Straße.

Umleitung als Tipp für Schleichweg?

„Ich hab etwas dagegen, dass Leute von Löttringhausen kommend in die Anliegerstraße fahren“, sagt Anwohner Helmut Ashauer. Ganz neu sei das Problem nicht. Aber es habe zugenommen, seit wegen Bauarbeiten ein Teil der Hagener Straße gesperrt war. Die Umleitung führte über den Kirchhörder Berg – womöglich ein nachhaltiger Tipp für einen Schleichweg.

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Zone 30 am Kirchhörder Berg

In den Straßen Kirchhörder Berg und Hohle Eiche ist Zone 30. Viele Autofahrer halten sich nicht daran. Eine Ursache ist womöglich ein schlecht platziertes Schild.
20.08.2019
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Die Kreuzung Kirchhörder Berg / Hohle Eiche. Hier drücken manche Autofahrer gern aufs Gas.© Uwe von Schirp
Kaum sichtbar ist ein "30"-Piktogram in der Hohlen Eiche.© Uwe von Schirp
Die Einfahrt in den Kirchhörder Berg ist nur Anliegern und Radfahrern gestattet. Das Schild steht an der Einmündung Hagener Straße.© Uwe von Schirp
In Höhe der Arkaden des Eckhauses ist das Zone-30-Schild kaum zu erkennen.© Uwe von Schirp
Erst hinter dem Eckhaus wird das Zone-30-Schild sichtbar. Hier konzentrieren sich Autofahrer bereits auf die direkt folgende Rechts-vor-links-Kreuzung.© Uwe von Schirp

Wenn der 84-Jährige aus dem Fenster schaut oder einen Schritt vor die Haustür macht, sieht er die Autos vorbei rasen. „Es wird immer zu schnell gefahren. Aber das kontrolliert niemand.“ Er habe deswegen schon bei der Stadt angerufen. „Die wollten sich melden, aber ich habe nix mehr gehört.“

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Ein Grund für die Raserei zumindest bergab könnte in der Platzierung des Schildes liegen, das auf die Tempo-30-Zone hinweist. Es steht nicht, wie das „Anlieger frei“-Zeichen, direkt an der Einündung Hagener Straße / Kirchhörder Berg. Vielmehr steht es in einer Hecke hinter der Arkade des Eckhauses – erkennbar nur auf einem kurzen Stück Straße. Und an einer Stelle, an der sich die Fahrer schon auf die Rechts-vor-links-Einmündung Am Dimberg konzentrieren.

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