Kirmes-Poster aus Dortmund landet jetzt auf einer Hochzeitseinladung

rnLiebesgeschichte

Auf der Kirmes begann vor sieben Jahren ihre Liebe. Das sollte auf der Hochzeitseinladung jetzt dokumentiert werden. Doch: Wer konnte dem jungen Glück das Kirmes-Poster besorgen?

Lütgendortmund

, 15.11.2020, 06:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

So individuell wie die Liebesgeschichte von Angelina Przechomski (35) und Thorsten Klein (36) ist, so einzigartig soll auch ihre Einladung zur Hochzeit sein.

Kennen und lieben gelernt haben sich die beiden vor sieben Jahren auf der Bartholomäuskirmes in Lütgendortmund. Darum wollten die beiden unbedingt, dass das Veranstaltungs-Poster der Kirmes auf die Einladung kommt.

Angelina Przechomski und Thorsten Klein sind auch heute noch so verliebt wie vor sieben Jahren.

Angelina Przechomski und Thorsten Klein sind auch heute noch so verliebt wie vor sieben Jahren. © Freddy Schneider

Für das Paar ist der Besuch auf der Kirmes Tradition. „Ist ja auch nur ein Katzensprung von Bochum-Werne und Langendreer entfernt“, berichtet das Bochumer Paar. Doch nicht nur, weil sich die beiden auf der Bartholomäuskirmes kennengelernt haben, hat sie eine ganz besondere Bedeutung für sie.

Schon als Kind sei Angelina Przechomski mit ihrer Familie auf die Kirmes gegangen. Darum war es quasi vorherbestimmt, dass es für sie zur Tradition wird, das bunte Fest auch als Erwachsene jedes Jahr zu besuchen.

So fing die Liebesgeschichte an

2013 war sie für den Kirmesfreitag mit drei Freundinnen verabredet. Eine Freundin lebte damals direkt an der Limbecker Straße. Perfekt, um sich dort auf den Abend einzustimmen.

Quasi zeitgleich muss sich damals Thorsten Klein mit seinen Fußballkumpels vom Verein SuS Wilhelmshöhe aus Bochum auf der Kirmes getroffen haben.

Der „Anmachspruch“

„Nachdem wir von Bierstand zu Bierstand gezogen sind, waren wir im Specht“, erzählt die 35-Jährige heute. Das Hotel gibt‘s heute noch. „Da hat er mich dann angesprochen.“

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Er, das ist Thorsten. Und wie war sein „Anmachspruch“? „Er hat mich doch tatsächlich gefragt, wie viele mich an dem Abend schon angesprochen haben“, sagt Angelina Przechomski und lacht. Das musste sie erstmal einordnen. „Weil er mich so hübsch fand, fragte er das.“ Das Eis war gebrochen.

Das Restaurant Specht hat für das Paar aus Bochum eine besondere Bedeutung: Dort hat Thorsten seine Angelina angesprochen.

Das Restaurant Specht hat für das Paar aus Bochum eine besondere Bedeutung: Dort hat Thorsten seine Angelina angesprochen. © Freddy Schneider

Nach ein paar Getränken ging‘s dann noch weiter in die St. Lüdo Alm. Aufeinander neugierig geworden, verabredete man sich tags darauf für einen Spaziergang. „Man kann schon sagen, dass wir uns von da an jeden Tag gesehen haben“, sagt Angelina Przechomski und lächelt.

„Ich fand die Idee gut.“
Wilhelm Mohrenstecher (71)

Gemeinsam schauten sie sich am letzten Kirmestag das Feuerwerk an. Als das Feuerwerk am Montagabend über ihnen funkelte, funkte es auch endgültig zwischen den Singles – sie küssten sich zum ersten Mal.

„Sie fragen sich, warum sich Angelina in mich verliebt hat? Damals hatte ich noch mehr Haare“, sagt der 36-Jährige und beide lachen herzlich. Dass sie als Paar gut harmonieren, merken auch außenstehende Menschen schnell.

Der Antrag

Nach sieben Jahren möchten sie jetzt heiraten. Ganz klassisch hat Thorsten seine Angelina gefragt. Beim Pfingsturlaub auf Texel ist er auf die Knie gegangen.

Geahnt habe sie nichts. Nur hibbelig war er, das sei ihr schon aufgefallen.

Nun planen die Verlobten, ihre Hochzeits-Einladungen zu verschicken. Im Februar 2021 soll standesamtlich geheiratet werden, im Oktober kirchlich.

Heimatforscher Wilhelm Mohrenstecher hat dabei geholfen, dass das Pärchen seine Hochzeitseinladung individuell gestalten kann.

Heimatforscher Wilhelm Mohrenstecher hat dabei geholfen, dass das Pärchen seine Hochzeitseinladung individuell gestalten kann. © (A) Beate Dönnewald

Und nun kommt die Kirmes ins Spiel. Der Ort ihres Kennenlernens soll auf der Einladung eine Rolle spielen. Doch sowohl im Internet als auch im Stadtarchiv und bei Facebook gab es niemanden, der in Sachen Kirmes-Plakat helfen konnte. „Eigentlich hatte ich schon aufgegeben“, sagt Przechomski.


Schließlich meldete sich Przechomski bei unserer Redaktion, die dann den Kontakt zu Wilhelm Mohrenstecher von der Drogerie Zimmermann herstellte.

Mohrenstecher (71) hat alle Plakate seit den 80er-Jahren aufbewahrt. Schnell habe er das gesuchte Exemplar gefunden: „Ich wusste genau, in welcher Schublade es liegt.“ Jetzt können Angelina und Thorsten die Einladung fertig machen. Und fast alles ist gut.

Fast, denn dass Mohrenstecher dem Paar helfen konnte, macht eine Sache nicht wett: den Ausfall der Kirmes in diesem Jahr. „Das ist für die Lütgendortmunder schlimmer als der nicht stehende Baum in Dortmund“, so Mohrenstecher

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