Hoher Schaden nach Kita-Brand und erste Hinweise auf die Brandursache

rnFeuer in Kindertagesstätte

Nach dem Feuer in der Jona-Kita richten sich Kinder und Erzieherinnen im Gemeindehaus ein. Die Rückkehr in die Kita ist in weite Ferne gerückt. Die Brandursache scheint festzustehen.

Lütgendortmund

, 25.09.2019, 12:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Tage liegt der Brand in der Jona-Kindertagestätte der evangelischen Christus-Gemeinde zurück. „Wir sind noch alle fassungslos“, sagt Kita-Leiterin Anna-Maria Zamani. Der Moment, als sie die Kolleginnen der Frühschicht per Handy über das Feuer informierten, ist für die 34-Jährige immer noch präsent: „Mein Herz ist in alle Richtungen gesprungen.“

Hoher Schaden nach Kita-Brand und erste Hinweise auf die Brandursache

Blick in einen der Gruppenräume: Boden, Decke und Teile der Wände sind mit einem Ruß-Film überzogen. © Beate Dönnewald

Mittlerweile steht die Ursache des Feuers, das in einer Kammer mit Spielzeug ausgebrochen ist, wohl fest: Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen von Brandstiftung aus. Die Tatzeit liegt in der Nacht zu Montag (22. 9.). Wer könnte den Brand gelegt haben? Anna-Maria Zamani und ihr Team können nur orakeln. „Vielleicht eine Mutprobe. Oder Frust, weil die Täter nichts Wertvolles gefunden haben.“

Die Vermutungen von Gemeindepfarrer Michael Mertins gehen in eine ähnliche Richtung – zumal schon häufiger in die Kita eingebrochen worden sei. „Doch hier gibt es nichts Wertvolles zu holen“, betont er.

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Das Gebäude an der Keplerstraße kann vorläufig nicht genutzt werden. Von zwei bis drei Monaten ist die Rede. © Beate Dönnewald

Riesige Welle der Hilfsbereitschaft

Wie hoch der Schaden genau ist, was alles ersetzt oder nur gereinigt werden muss, wird sich erst in den kommenden Tagen herausstellen. Doch schon jetzt steht fest: „Wir können frühestens in zwei bis drei Monaten zurückkehren“, so Anna-Maria Zamani. Das sei schon nach einem ersten Rundgang klar gewesen. „Alles ist schwarz, die Rußpartikel haben sich überall verteilt.“

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Zwei Spielzimmer im Gemeindehaus sind schon eingerichtet - dank zahlreicher Spenden. © Beate Dönnewald

Heimatlos sind die 58 Kinder und das 15-köpfige Kita-Team glücklicherweise nicht. Sie können alle Etagen und Räume des benachbarten Gemeindehauses beziehungsweise Jugendheims nutzen. Das wird gerade unter Hochdruck kindgerecht eingerichtet, zwei Spielzimmer und der Schlafraum sind schon fertig. Wie das so schnell gelingen konnte? Die Nachricht vom Brand habe eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst, sagt die Kita-Leiterin. „An den ersten beiden Tagen stand mein Handy nicht still.“

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Auch ein Schlafzimmer für die unter Dreijährigen gibt es bereits im Gemeindehaus. © Beate Dönnewald

Zurzeit läuft nur ein Notbetrieb

Von allen Seiten werde man großartig unterstützt: Eltern, Gemeindemitglieder und die Kindergärten des Evangelischen Kirchenkreises hätten alles zur Verfügung gestellt, was eine Kita braucht. Auch am Mittwochmorgen fuhren immer wieder Autos vor, aus denen hilfsbereite Menschen großes und kleines Spielzeug ins Gemeindehaus trugen. „Ich kann einfach nur Danke sagen“, kommentiert Anna-Maria Zamani gerührt.

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Kita-Leiterin Anna-Maria Zamani ist dankbar, dass die Gemeinde, Eltern und Kindergärten sie und ihr Team so großartig unterstützen. © Beate Dönneawald

Bis Freitag (27.9.) läuft nur ein Notbetrieb. Knapp zehn Kinder werden aktuell betreut. „Alle Eltern sind sehr verständnisvoll“, sagt die Kita-Leiterin. Die meisten hätten für den Übergang eine andere Lösung gefunden. Ab Montag (30.9.) soll dann wieder die reguläre Betreuung angeboten werden. „Bis dahin müssen wir noch viel organisieren“, so Anna-Maria Zamani. Vor allem für die neuen Kinder, die sich gerade erst in der Kita eingelebt hätten, sei die neue Situation nicht ganz so einfach.

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Jede Menge Spielzeug wurde bereits gespendet. © Beate Dönnewald

Zeugen sollen sich bei der Polizei melden

  • Die Polizei sucht Zeugen: Wem sind in der besagten Nacht an der Kita in der Keplerstraße oder im Nahbereich Personen aufgefallen? Wer hat sonstige außergewöhnliche Beobachtungen gemacht?
  • Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter Tel. 0231-132-7441 entgegen.
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