In einigen Dortmunder Kitas sind die Gruppen recht leer. Eltern sind dringend gebeten, ihre Kinder zuhause zu lassen. © picture alliance/dpa
Corona-Lockdown

Kita-Gebühren: Kriegen Dortmunder ihr Geld zurückgezahlt?

Sollen Eltern die Kita-Gebühren für die Lockdown-Zeit erstattet bekommen? Das ist wahrscheinlich, aber noch nicht sicher. Mehrere Kita-Träger in Dortmund prüfen eine weitere Entlastung.

Mädchen und Jungen sollen bis Ende Januar nicht in die Kindergärten gehen, zumindest wenn es irgendwie möglich ist. Als Reaktion auf diesen Appell der Politik steht die Frage im Raum: Was ist mit den bereits gezahlten Gebühren?

Antworten darauf dürfte es am Dienstag (12.1.) geben. NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) hat auf die Sitzung des Kabinetts hingewiesen, in der man sich vermutlich einigen werde.

Stadt Dortmund will sich am Dienstag äußern

Von der Stadt Dortmund hieß es nach einer Anfrage am Montag: Zum Thema Kita-Gebühren werde sich Dezernentin Daniela Schneckenburger erst am Dienstag äußern.

Der Grund: Es kommt die Spitze der Dortmunder Stadtverwaltung zusammen. Nach der Sitzung dieses Verwaltungsvorstands gibt es dann eine Pressekonferenz.

Signal vom Land NRW: Beitrag wird wohl erstattet

Minister Stamp hatte bereits am Donnerstag vergangener Woche erklärt, der Kita-Beitrag für Januar werde wohl zurückgezahlt. Dortmunds Dezernentin Schneckenburger hatte allerdings unterstrichen, das sei nur möglich, wenn das Land NRW handele.

Schneckenburger erklärte: „Aus Sicht der Stadt Dortmund ist eine mögliche Erstattung von Gebühren daran gebunden, dass uns das Land dafür grünes Licht und eine Erstattungszusage für die dann ausfallenden Gebühren gibt.“

Die Stadt Dortmund zieht für alle Kitas in der Stadt die Gebühren ein, also nicht nur für die im eigenen Betrieb Fabido, sondern auch für die der anderen Träger, etwa der evangelischen und katholischen Kirchen, der Awo oder der Elterninitiativen.

Awo, Caritas, evangelische Kitas: Kein Essensgeld?

Bei Awo und Caritas überlegt man einen weiteren Schritt zur Entlastung der Eltern: „Wir prüfen derzeit die Erstattung von Verpflegungsbeiträgen“, so Awo-Fachberater Christian Schäfer. Schon für die Zeit im Frühjahr 2020 habe man das Essensgeld an die Eltern der 17 Dortmunder Kitas zurückgezahlt – rückwirkend und als „Spitzabrechnung“.

„Das ist etwas, das wir steuern können“, so Schäfer. Für die Kita-Gebühren generell gelte allerdings: Man habe ja weiterhin Kosten durch den Personalaufwand, der durch corona-konformen Betrieb auch nicht gesunken sei.

Für die Caritas erklärte Sprecherin Sarah von Borzestowski zum Thema Essensgeld: „Aktuell befinden wir uns hier im Klärungsprozess, in welcher Form ein Aussetzen oder Rückerstattungen möglich sind.“

Für die Kitas des Evangelischen Kirchenkreises unterstrich Pfarrer Jochen Schade-Homann, dass die Entscheidung dazu bereits gefallen sei: „Die Essensgelder rechnen wir mit den Eltern ab.“ Das sei „ein Gebot der Stunde“, wenn die Eltern schon gebeten werden, die Mädchen und Jungen zuhause zu betreuen.

Eltern-Vertreter: „Gute Sache und ein gutes Zeichen“

Keine Kita-Gebühren? Der Jugendamtselternbeirat in Dortmund setzt sich generell für dieses Ziel ein. Insofern kein Wunder, dass man zu einer möglichen Rückerstattung erklärt: „Für uns ist das eine gute Sache und ein gutes Zeichen.“

Man finde natürlich gut, dass es in NRW nicht zu generellen Kita-Schließungen kommt, so Vorsitzender Said Kassem. Ein Verzicht auf Gebühren entlaste vor allem die finanziell Schwächeren, etwa Alleinerziehende oder Eltern, die in Kurzarbeit sind beziehungsweise derzeit ganz auf Einnahmen verzichten müssten.

Im Januar gibt es in den Kitas in NRW einen eingeschränkten Betrieb: Die Kinder dürfen zehn Stunden weniger bleiben als vereinbart. Heißt konkret: Wer bisher um 16 Uhr abgeholt werden musste, darf nun nur noch bis 14 Uhr bleiben.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff